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Ermittlung im Rotlichtmilieu: Neuer Einsatz für die Krimi-Cops

Ermittlung im Rotlichtmilieu: Neuer Einsatz für die Krimi-Cops

Die Hobbyautoren und Berufspolizisten haben ihren dritten Roman vorgelegt. Den stellen sie bald sogar auf der Leipziger Buchmesse vor.

Düsseldorf. Ein roter Slip, ein scharfes Brotmesser, ein originalgetreuer Schädel und eine kleine Kuhglocke — diese Requisiten sorgten für einen anschaulichen Krimi-Abend am Mittwoch in der Bücherei Garath.

Fünf aktive Polizeibeamte aus Düsseldorf, besser bekannt als die Krimi-Cops, stellten in der Bücherei ihren nunmehr dritten Krimi vor. „Umgelegt“ heißt das neue, 361 Seiten starke Taschenbuch, aus dem drei der fünf Hobby-Autoren fast zwei Stunden vorlasen.

Es geht um eine hübsche, unbekannte Tote, die in einem Container am Düsseldorfer Rheinufer ermordet aufgefunden wurde und die niemand zu vermissen scheint — ein neuer Fall für das Ermittlerteam Struller und Jensen.

Die 70 Plätze in der Bücherei sind alle besetzt und die Stimmung bei den Zuhörern heiter und erwartungsvoll, als sich Ingo Hoffmann (33), Klaus Stickelbroeck (48) und Carsten Rösler (34) an den Tisch mit den Leselampen setzen. Alle drei tragen schwarze Shirts mit einem roten Revolver-Logo und sind von der ersten Minute an in bester Laune.

Die Zuhörer, meist weiblich und über 50, wissen das zu schätzen: „Die Krimi-Cops sind voll gut drauf“, flüstert Miriam Schöller (54), bekennender Krimi-Cops-Fan. „Die sind mit viel Herz und Humor bei der Sache.“

Auch Christa Kant (59) sind die schreibenden Polizisten bestens bekannt: „Ich liebe diese Krimis aus der Region. Die Kultur, der Sprachgebrauch und das alles mitten in Düsseldorf — einfach herrlich! Da kann doch kein amerikanischer Krimi mithalten, auch wenn der Autor noch so prominent ist.“

Die Ideen bekommen die Krimi-Cops nicht selten von Kollegen: „Es gibt immer wieder Einsätze, da sagen wir, das kommt in unser nächstes Buch“, erklärt Hoffmann. Beliebt sind die Krimis bei den Kollegen allemal: „Die meisten lieben diesen britischen, etwas schwarzen Humor sowieso“, ergänzt Rösler.

Mit viel Gestik, Mimik und Humor lesen die Drei an diesem Abend abwechselnd vor: laut, deutlich, ohne Versprecher und mit reichlich Selbstironie. Immer wieder lachen die Zuhörer bei den vielen humorigen Passagen auf. Die rasante, temporeiche Jagd, die Kommissar Struller und seinen Mitarbeiter ins Düsseldorfer Rotlichtmilieu, in vornehme Tennisclubs und auf wilde Stripteasepartys führt, bleibt allerdings meist unerwähnt.

„Das sollen Sie besser selbst lesen. Und glauben Sie mir, es werden nicht nur Krawatten und Handschellen umgelegt“, verspricht Stickelbroeck der dankbaren Fan-Gemeinde am Ende.

Buch Nummer vier ist übrigens schon in Planung und wird nach demselben Muster wie die anderen entstehen, verrät Stickelbroeck: „Einer fängt an zu schreiben und gibt das Manuskript weiter, der nächste muss die begonnene Geschichte dann quasi weiterschreiben.“