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Eine Künstlerin kehrt zurück an den Rhein

Eine Künstlerin kehrt zurück an den Rhein

Mihoko Ogaki musste Düsseldorf verlassen, weil sie nicht genug Geld verdiente. Jetzt besucht sie ihre alte Heimat und stellt aus.

Vierzehn Jahre lang, von 1996 bis 2010, ist Düsseldorf ihre Heimat. Mihoko Ogaki (39) lebt gern am Rhein, sie studiert an der Kunstakademie bei Klaus Rinke, wird seine Meisterschülerin. Galerist Rüdiger Voss entdeckt sie, stellt immer wieder ihre Arbeiten aus. Aber da sie mit Themen wie einem weißen Leichenwagen mit Tausenden von Perlen zwar Aufsehen erregt, aber kein Geld verdient, hat sie es schwer. Wer interessiert sich schon für Themen wie Tod und Leben. Verkaufen kann sie derlei große Objekte zu keiner Zeit.

Ogaki lässt sich zunächst von ihrem Weg nicht abbringen. Bis 2009 das Ausländeramt ein regelmäßiges Einkommen auf ihrem Konto fordert, wovon auch ihre deutschen Kollegen in den Anfangsjahren nur träumen. Man droht, ihr das Künstlervisum zu entziehen.

Zwar setzen sich das Kulturamt und der Galerist Rüdiger Voss für die Japanerin ein, doch Mihoko Ogaki ist keine Kämpfernatur, sondern ein schüchterner Mensch. Sie bucht still und leise den Rückflug in ihre Heimat. Mit den hiesigen Behörden kann und will sie nicht kommunizieren.

Jetzt kehrt sie wieder, als Gast zumindest. Zur Vernissage in der Galerie Voss strömte viel junges Volk herbei, all die Kommilitonen von einst, die Wiedersehen mit ihr feierten. Sie zeigt nun Leichtgewichtiges, das sich im Flugzeug verstauen lässt, Tuschen und Zeichnungen auf transparentem Reispapier. Ein Totenkopf ist gleichfalls aus Papier, er schwebt über den Blüten am Boden. Knochen aus Papier sind Teile eines Mobiles.

In einer Plastiktüte brachte sie die einzelnen Elemente mit, vor allem fliegende Menschen in zarten Farben getuscht. Diese großen, aber leichten Bilder baumeln von der Decke der Galerie. Sie zeigen trudelnde, schwebende, fallende Figuren, die ins Vakuum gleiten. Und siehe da, die Tuschen werden für 1500 Euro das Stück verkauft. Hätte Ogaki vor zwei Jahren derlei Konzessionen mit Bildern statt Großobjekten gemacht, sie hätte bleiben können.

Zum Sphärengesang der fliegenden Menschen hat sie eine kugelförmige, aufklappbare Spieluhr mit einer Kurbel für kindliche Klänge gebaut. Wer an der Kurbel dreht, hört Musik, die von selbst gebastelten Schallplatten kommt. Auf fünf dieser verschiedenen Platten hat sie fantastische Sternbilder gezeichnet, als wolle sie ihren eigenen Kosmos schaffen.