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Ein Pärchenabend plätschert vor sich hin

Ein Pärchenabend plätschert vor sich hin

Theater: Das Stück „Ein Teil der Gans“ feierte am Freitag Premiere.

Düsseldorf. Ein Paar lädt ein anderes Paar zum Abendessen ein. Man kennt sich nicht gut, Missverständnisse und Peinlichkeiten des Small-Talks sind vorprogrammiert. Die Grundkonstellation in Günther Beelitz’ Inszenierung "Ein Teil der Gans" hat man schon hundert Mal gesehen. Und leider sind auch die Witze nicht wirklich neu. Gastgeber Viktor (Oliver Reinhard) hat den Wein vergessen und steht bei Ankunft von Gästepaar Amin (Peter Nottmeier) und Tara (Roswitha Schreiner) noch in Jogginghose im Wohnzimmer. Das Essen ist versalzen, die Unterhaltung stockt. Schweigen auf der Bühne.

Schweigen auch im Publikum bei der Premiere im Theater an der Kö in den Schadow Arkaden. Eigentlich hatten sich die Besucher auf eine Komödie gefreut, doch viel zu lachen gab es nicht. Nach der Pause blieben einige Plätze im Theatersaal sogar leer.

Der Pärchenabend plätschert auf der Bühne vor sich hin. Tara schmeißt sich in ihrem kurzen Leoparden-Minikleid an Viktor ran, während ihr Mann Amin im Nebenzimmer die Ölbilder von Bettina (Isabel Varell) bewundert. Als alle wieder am Esstisch sitzen, fallen den Vieren keine neuen Gesprächsthemen ein, deshalb reden sie einfach über das Nichtreden. "Wir haben uns wohl schon nichts mehr zu sagen", scherzt Viktor. Erst der Auftritt von Max (Ernest Allan Hausmann) bringt etwas Dynamik ins Spiel.

Der Fremde sucht angeblich nach einer Autopanne Schutz vor dem Regen. Er wird zu Tisch gebeten, obwohl sich Bettina in seiner Anwesenheit unwohl fühlt. "Er sei bestimmt ein Skinhead", flüstert sie Viktor ins Ohr. Die Zuschauer gucken etwas ratlos, schließlich ist Max schwarz. Außerdem trägt er statt Springerstiefeln nur ganz harmlose Cowboyboots. Was der dunkelhäutige Skinhead soll, bleibt offen.

Am Ende schießt er mit einer Pistole um sich und tituliert sich selbst als "Fremdkörper", "Wiederkehr des Verdrängten" und als "das unverständliche Ende". Mit dem letzten Punkt behält er in jedem Fall Recht. Nach der Schießerei geht das Gastgeberpaar einfach in Bett. Und das Publikum bleibt ratlos zurück und spendet nur verhalten Applaus.