Ein Leben für Oper und Tanz

Ein Leben für Oper und Tanz

Eduard Straub hat mehr als 25 Jahre lang die Rheinoper als Fotograf begleitet. Nun übergibt er sein Archiv dem Theatermuseum.

Düsseldorf. Die Rheinoper ist sein zweites Wohnzimmer. Mehr als 25 Jahre lang hat Eduard Straub das öffentliche Bild der Rheinoper geprägt. Als Fotograf dokumentierte er alle Produktionen, egal ob Tanz oder Oper - und das unter drei Intendanten. Dabei hatte seine Beziehung zur Rheinoper ganz anders angefangen: Eduard Straub war nämlich Tänzer, bevor er als Autodidakt in die Fotografie wechselte.

Nach dem Abitur in Weimar flüchtete Straub, damals Hochleistungssportler, 1961 in den Westen. In West-Berlin schleppten ihn Freunde mit in eine Tanzaufführung - sofort fing er Feuer. Also studierte er bei Tatjana Gsovsky und Mary Wigman und bekam gleich ein Engagement an der Deutschen Oper Berlin und anschließend an der Bayerischen Staatsoper.

Erich Walter engagierte ihn ans Ballett der Rheinoper. Dort blieb er, kaufte sich eine Wohnung in Meerbusch-Büderich und gründete eine Familie. "Das war die Glanzzeit des Düsseldorfer Balletts, wir gingen auf Welttourneen", schwärmt er.

Schon als Tänzer fotografierte er gerne: "Ich habe vor meinen Auftritten hinter der Bühne noch schnell ein paar Aufnahmen geschossen." Dann kam das Angebot von Regisseur Jean-Pierre Ponnelle, einen seiner Opernfilme fotografisch zu dokumentieren - die Chance für den damals 28-jährigen Straub.

Daraufhin arbeitete er mit dem weltberühmten Ponnelle an all seinen Projekten, seien es Filme mit Placido Domingo, sei es bei den Salzburger Festspielen. Der Rheinoper blieb er als Fotograf treu, arbeitete unter Grischa Barfuß, Kurt Horres und Tobias Richter.

Eines seiner Lieblingsprojekte war die "Manon" von Christof Loy mit Alexandra von der Weth, einer Sängerin, deren Aufstieg zum Opernstar er fotografisch begleitete. Nebenher baute er sich ein Fotostudio auf - "ein perfekter, ruhiger Ausgleich zu der überdrehten Welt der Künstler".

Das Wichtigste bei der Theaterfotografie sei für ihn, die Botschaft des Regisseurs fotografisch zu interpretieren und "eine Schlüsselszene so zu zeigen, dass Außenstehende sie verstehen. Doch natürlich spielen Zufall und Glück bei guten Aufnahmen auch eine Rolle, gibt der 67-Jährige zu.

Von Ruhestand hält er nichts: "Das will ich nicht, das kann ich auch nicht." Straub arbeitet immer noch als Fotograf und sortiert sein Archiv, das bald vielen Operninteressierten zugänglich gemacht wird.

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