Kultur Kompakt : Vortrag über Olga Tokarczuk und Peter Handke

Michael Serrer spricht über die beiden Literaturnobelpreisträger.

Der Leiter des Literaturbüros NRW, Michael Serrer, wird am Mittwoch, 15. Januar, einen Vortrag über die „Literaturnobelpreise für Olga Tokarczuk und Peter Handke“ halten.

2018 wurde der Literaturnobelpreis aufgrund mehrerer Skandale gar nicht, dafür im Folgejahr gleich doppelt verliehen. Die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk erhielt ihn rückwirkend für 2018 „für ihre erzählerische Vorstellungskraft, die mit einer enzyklopädischen Leidenschaft das Grenzüberschreiten als Lebensform repräsentiert“. Die ausgebildete Psychologin kritisiert in ihren Werken und öffentlichen Auftritten immer wieder die Politik der rechtskonservativen PiS-Partei, etwa die Zensur von Medien oder die Kontrolle über die Justiz.

Der Preis 2019 ging an Peter Handke, der „mit sprachlichem Einfallsreichtum die Randbereiche und die Besonderheit der menschlichen Erfahrung erforscht“. Wegen Handkes Äußerungen zum Massaker in Srebenica wurde diese Entscheidung stark kritisiert. Handke, der nahe Paris lebt, gilt mit seinem umfangreichen Werk und mit seiner poetischen Sprache als prominentester Schriftsteller Österreichs.

Michael Serrer ist Spezialist für die Geschichte des Literaturnobelpreises. Er hat an Universitäten gelehrt, war publizistisch für die „Zeit“ oder „Neue Zürcher Zeitug“ aktiv und hat über 50 Bücher herausgegeben.

Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Literaturbüro NRW statt. Adresse: Bismarckstraße 90. Der Eintritt ist frei.

literaturbuero-nrw.de