Düsseldorf: Wenn die Heine-Universität zum Kino umfunktioniert wird

Filmfest Düsseldorf : Wenn die Heine-Universität zum Kino umfunktioniert wird

Das Filmfest der Universität startet am Mittwoch. Im Jahr 2003 wurde es erstmals veranstaltet.

Ab Mittwochabend wird die Heinrich-Heine-Universität wieder zum Schauplatz des Filmfestes Düsseldorf. Das 2003 von einer kleinen Studenten-Gruppe gegründet wurde. Gefördert wird es u.a. von der Stadt. Jedes Jahr bilden die Studenten der Medien-Kulturwissenschaft ein Team aus 50 Leuten, in dessen Hand die Organisation des Festivals liegt. Sie können sich die Teilnahme als Praxisprojekt anrechnen lassen.

Hier sollen Nachwuchstalente eine Bühne bekommen, deswegen verzichtet das Filmfest bewusst darauf, ein Genre vorzugeben. Die eingesendeten Filme müssen lediglich zwischen drei und 30 Minuten lang sein und der Regisseur darf bisher nicht mehr als fünf Filme veröffentlicht haben.

Szene aus „I love you“. Foto: ja/Gabriel Maz und Dorine Pujol

Aus über 1000 Kurzfilmen werden 20 bis 25 ausgewählt, die dann in vier Blöcken dem Publikum und einer Fachjury gezeigt werden. Zum Programm gehören jedoch nicht nur die Filme, sondern auch eine Livemoderation sowie musikalische Darbietungen. Am Ende werden drei Preise vergeben, zwei Publikumspreise und ein Jurypreis. Die beiden Publikumspreise sind jeweils mit 750 Euro Preisgeld dotiert, während der Gewinner des Jurypreises 1000 Euro erhält. In diesem Jahr haben es 20 Filme in die engere Auswahl geschafft, die in die Blöcke A, B, C und D unterteilt sind. Pro Block werden fünf Filme gezeigt. Das Programm startet am Mittwoch mit den ersten beiden Blöcken.

Block A: At Dawn, Lac Daumesnil, Clandestine, Till the End of the World, Indoor Days. Dann gibt’s eine Pause, in der die Band „Asant“ das Publikum mit ihrer musikalischen Mischung aus Jazz und Punk begeistern möchte.
In Block B folgen die Filme: Your Last Day on Earth, Rules of Play, Lone Wolf, Play und 24 Memories per Second. Am Donnerstag geht es mit Block C weiter: Gagarin, I Will Miss You, Dante vs. Mohamment Ali, Salvation Rain, Carlotta`s Face und Wiki. Auch hier gibt es nach dem ersten Block eine musikalische Pause: Zu sehen ist die Band „Stunde Zehn“ mit ihren Indie-Songwriter-Pop-Klängen. Danach folgt der letzte Block mit den Filmen: Complex Subjekt, The Fox, I Love You Moon Drops und abschließend Frontiera. Am Freitag werden die Publikumsfavoriten noch einmal im Filmmuseum gezeigt.

Oft geht es um Liebe. So erzählt der Film „Till the End of the World“ der niederländischen Regisseurin Florence Bouvy die anrührende Liebesgeschichte zwischen einem Vater und seiner kleinen Tochter und ihrem Versuch, auch die Schattenseiten des Lebens zu meistern. Eine andere Version der Liebe erzählt „I love You“ von Gabriel Maz und Dorine Pujol. Zwei Menschen suchen, inmitten von Alltag und Gewohnheiten, ihre persönliche Bedeutung des so oft missbrauchten Satzes „Ich liebe dich.“ Eine klassische Liebesgeschichte hingegen ist „Moon Drops“ von Regisseur Yoram Ever-Hadani aus Israel. Ein Fabrikmechaniker und eine Fließbandarbeiterin treffen aufeinander und lernen, einander zu lieben.

Auch das digitale Zeitalter wird thematisiert: Wie sieht unser Leben aus im Vergleich zu früher? Welche Zukunfts-Visionen sind denkbar? Steuern wir eher auf eine perfekte oder auf eine entsetzliche Zukunft zu? Unter solchen Fragen lassen sich einige der Filme betrachten. „Indoor Days“ von Asaki Nishino aus Japan etwa zeigt humorvoll einen Einblick in das moderne Leben, welches wir zu großen Teilen online verbringen. Der Film „Play“ von Piotr Sulkowski setzt sich kritisch mit der Identitätsbildung im Zeitalter der Digitalisierung auseinander und geht der Frage nach, ob in unserer Zeit die Erinnerung an ein Erlebnis mächtiger ist als unsere Gegenwart.
Das Filmfest findet am 20. und 21. November in der Heinrich-Heine-Universität im Hörsaal 3A statt. Am 22. November werden im Filmmuseum Düsseldorf die Publikumsfavoriten gezeigt. Der Einlass ist jeweils um 17.30 und ist an allen Tagen kostenlos. Informationen unter

filmfest-duesseldorf.de/festival/

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