Düsseldorf: So war das Finale vom Neue-Musik-Festival

Schönes Wochenende – Neue Musik : So war des Finale vom Neue-Musik-Festival in der Tonhalle

Von Frauen, über Frauen und mit Frauen, das war zusammengefasst die Leitidee des Schumannfestes 2019. Sie wurde thematisch, kompositorisch und künstlerisch bis zur letzten Veranstaltung befolgt. Mit den beiden Sopranistinnen Juliane Banse und Marisol Montalvo, der Geigerin Noélle-Anna Darbellay, der Slampoetin Josefine Berkholz und der Komponistin Charlotte Bray traten am letzten Tag hochkarätige Künstlerinnen ins Rampenlicht der Tonhalle.In Manfred Trojahns „Four women from Shakespeare“ wurden zudem vier Frauen-Charaktere nuancenreich instrumental  beschrieben und großartig besungen (Juliane Banse), „Red Swans Floating“ von Charlotte Bray, ein Auftragswerk der Tonhalle, breitete ein friedvolles Klanggemälde aus, geprägt von tanzenden Sternen und sanftem Morgenlicht.

Viel dramatischer gestalteten sich dagegen die „Quatre chants pour franchir le seuil“ für Sopran und Ensemble: Musikalische Meditationen über den Tod. Die vier Stufen Tod des Engels, Tod der Zivilisation, Tod der Stimme und der vermeintliche Tod der Menschheit fesselten das aufmerksame, sehr kompetente Publikum. Bewegte und statische Klänge, percussive apokalyptische Geräusche,ein trauriger Abgesang beschreiben die vielschichtigen poetischen und emotionalen Facetten der Todesnähe. Am Ende doch noch „ein Wiegenlied als Zeichen der Hoffnung. Es ist die Musik der Morgendämmerung einer Menschheit, die endlich vom Albtraum befreit wird.“(Zitat Gisey) Bewegender Gesang (Marisol Montalvo) traf auf ein fein ausdifferenziertes Instrumentalensemble, bestehend aus dem notabu.ensemble (Leitung Mark-Andreas Schlingensiepen) und Spectra Ensemble (Leitung Filip Rathé).

Diesem finalen Konzert ging noch eine kleine Veranstaltung in der Rotunde der Tonhalle, quasi als Prolog voraus. „Who am I“, unter diesem Titel führten Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums mit Unterstützung der bekannten Slampoetin Josefine Berkholz eigene Texte auf, die musikalisch von Noélle-Anne Darbellay (Violine) simultan untermalt oder mitgestaltert wurden. Herausragend interpretiert wurden die von Jürg Wyttenbach vertonten Gedichte von Paul Klee, sowie „Oben ist unten“ für singende und rezitierende Geigerin von Jean-Luc Darbellay. „Who am I“ - ein Slampoet brachte es mit seinem Text auf den Punkt: „Am Ende sind wir doch eh alle Materie.“ Oder auch nicht.
Günter Schultz

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