Düsseldorf: Neues Leben für das alte Schmela-Haus

Kultur : Neues Leben für das alte Schmela-Haus

Es wird wieder Galerie: Die Kunsthändler Max und Hans Mayer werden Untermieter der Kunstsammlung.

Die Zukunft des Schmela-Hauses ist gesichert. Das Privathaus des Galeristen Alfred Schmela an der Mutter-Ey-Straße 3 war nach dessen Tod und nach dem Wegzug der Familie vom Land gekauft worden und diente seit 2009 der Kunstsammlung als drittes Standbein. Die jetzige Museumschefin Susanne Gaensheimer hatte jedoch ihre liebe Not damit. Sie hätte mehr Personal und Geld gebraucht, um es zu bespielen. So stand es zuletzt leer. Zeitgleich rätselte im Nachbargebäude der 79-jährige Galerist Hans Mayer über die Zukunft seines Unternehmens, das sein Sohn Max Mayer, ebenfalls Galerist, nicht übernehmen wollte. Nun ist eine Lösung gefunden: Mayer & Mayer ziehen ins Schmela-Haus, bleiben jeweils selbstständig. Und das Haus bleibt der Kultur erhalten.

Die Einigung mit dem BLB gelang kurz vor Toresschluss

Konkret heißt dies: Die Kunstsammlung bleibt Mieter, der BLB als Immobiliengesellschaft des Landes bleibt Eigentümer. Und die Galerien Mayer & Max Mayer geben ihre bisherigen Firmensitze auf und haben nun ein gemeinsames Dach über dem Kopf, als Untermieter. Die Verträge gelten für sechs Jahre, mit der Option auf Verlängerung.

„Es fließt kein Geld von der Kunstsammlung in die Galerien“, betont Museumschefin Susanne Gaensheimer. Dieses Statement ist wichtig, damit kein Gedanke an eine Vorteilsnahme aufkommt. Die Verträge sind juristisch geprüft und von der Kultusministerin abgesegnet.

Es müssen zähe Verhandlungen gewesen sein, denn sie zogen sich lange hin. Jetzt wurde sogar erreicht, dass der BLB den Mietpreis etwas  senkt und das Gebäude nach knapp 50 Jahren erstmals auch saniert. Die neuen Untermieter ziehen im Frühjahr oder Sommer ein.

Die Einigung der Landesgalerie mit der Familie Mayer gelang kurz vor Torschluss, denn der Mietvertrag des BLB wäre jetzt abgelaufen. Dann hätte der BLB die Liegenschaft auf dem freien Markt anbieten können. Die Kulturbindung hätte der Vergangenheit angehört. Nun aber bleibt der Standort das, was er seit dem Einzug von Alfred Schmela im Jahr 1971 war: ein Zentrum der Avantgarde wie der klassischen Kunst.

Zur Historie: Alfred Schmela war eine Legende, und Hans Mayer ist es auch, der  gleichfalls 1971 von Krefeld nach Düsseldorf wechselte. Rechnet man noch die Galerie Konrad Fischer hinzu, so sind es diese drei Namen, die den Kunststandort Düsseldorf initiiert und geprägt haben. Susanne Gaensheimer aber fühlte sich verpflichtet, dazu beizutragen, dass aus dem Schmela-Haus keine Pizza-Bude wird.

Mayer & Mayer versprechen ihrerseits, das künstlerische Erbe Alfred Schmelas fortzusetzen. Zur Erinnerung: Der Galerist Schmela entdeckte Künstler wie Yves Klein, die Zero-Leute, Joseph Beuys und die amerikanischen Pop-Künstler. Das Haus, um das es geht, errichtete der Architekt Aldo van Eyck mit Sichtbeton, Bimsbetonstein und Marmor,  die heute eher als ungewöhnliche Materialien gelten.

Sie entsprechen dem Purismus der 1970er Jahre. Sie haben nichts Schnuckeliges, sondern zeichnen sich auf mehreren Etagen durch einen strengen, aber sehr funktionalen Purismus aus.

Ausstellungen und Konzerte sollen für neues Leben sorgen

Max Mayer fühlt sich aber auch den Anfängen seines Vaters verpflichtet. So soll das besondere Verhältnis von Kunst und Musik in Konzertreihen verstärkt werden.  Mieter wie Untermieter sprechen von einem „Volltreffer“. Max erwähnt auch die früheren Eigentümerinnen, Schmelas Tochter Ulrike und Schmelas Enkelin Lena Brüning, die sich geradezu „euphorisch“ über die neue Lösung gefreut haben sollen.

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