Düsseldorf: Mnozil Brass in der Tonhalle

Tonhalle : Clownesker Quatsch mit Blasinstrumenten in der Tonhalle

„Mnozil Brass“ kombinierten in Düsseldorf Trompete und Co. mit Zirkuseinlagen.

Kann ein Blasmusik-Konzert lustig sein? So richtig? So, dass man als Zuschauer unwillkürlich auflachen muss - und das, weil es so gewollt ist? Wer hier entschieden den Kopf schüttelt, der hat wohl noch nie ein Konzert der Wiener Band Mnozil Brass gesehen. Bei ihrem aktuellen Programm „Cirque“, mit dem sie am Donnerstagabend in der Tonhalle zu Gast waren, verbinden sie klassische und weniger klassische Musik mit Tanzeinlagen und Zirkuselementen und zeigen dabei auch ein Auge fürs Detail.

Drei Trompeter, drei Posaunisten und ein Tubist - das ist die Besetzung der siebenköpfigen Band. Angefangen hat alles vor etwa 25 Jahren, als die Musiker noch an der Musikuniversität in Wien studierten und sich beim Musikantenstammtisch kennenlernten. Der fand im Wirtshaus „Mnozil“ gegenüber des Konservatoriums statt - daher der Name. „Fürs Braddl“ hätten sie anfangs noch gespielt, wie es Posaunist Leonhard Paul Anfang des Monats im Deutschlandfunk erzählt - also nur für Essen und Getränke. Doch mittlerweile ist das Ensemble gefragt, hatte auch Auftritte auf der Ruhrtriennale, den Salzburger Festspielen und den Wagner-Festspielen in Bayreuth.

 Denn bei allem Spaß, den sie bei ihren Auftritten vermitteln - alle sieben wissen, was sie tun. Sie spielen ihre Instrumente so selbstverständlich und gekonnt, dass die Musik Raum für Späße und Albernheiten lässt. Das passiert mal im kleinen, wenn die Musiker eigentlich ruhig auf ihren Stühlen sitzen und spielen, dabei aber jedem der rechte Fuß im Takt zur Seite abwandert und an markanten Stellen synchron wieder zurück „geräumt“ wird.

Oder auch im großen, wenn Clown Robert Rother pantomimisch den unsichtbaren Plattenspieler bedient, mal lauter oder leiser dreht, schneller regelt und wieder bremst - und ihm seine Mitmusikanten in alldem folgen.

Ein Abend fast
ohne Worteinlagen

Die Musik des Zirkus-Abends ist teils klassisch, doch auch Elemente aus Jazz und Popmusik kommen immer wieder vor. Vieles ist selbstgeschrieben, zwischendurch hört man aber auch einige bekannte Melodien, wie Glenn Millers „In the mood“ oder „The Harry Lime Theme“, die Melodie aus dem Stummfilm „Der Dritte Mann“. Insgesamt kommt Mnozil Brass dabei fast komplett ohne Worte aus - bis auf einzelne Chanson-Einlagen. Damit schaffen die sieben Köpfe einen abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend, der immer wieder kleine Geschichten erzählt, mal leiser und mal lauter wird und viel Augenzwinkern in einen Rahmen bringt, wo man das nicht unbedingt erwartet.