Düsseldorf: Fotolabor Grieger übernimmt Sander

Kultur : Gute Nachricht für Gursky & Co

Das Fotolabor Grieger übernimmt die Kölner Firma Sander.

Die britische Heni-Gruppe, Spezialist hochwertiger Kunstpublikationen, übernahm 2017 einige Vermögenswerte der insolventen Firma Grieger, unter anderem den Namen. Damit stieg sie in in die Fotoproduktion ein und betreut seitdem Künstler wie Andreas Gursky, Gerhard Richter, Thomas Ruff, Katharina Sieverding, Thomas Struth und Wim Wenders. Um den Düsseldorfer Standort zu stärken, musste sie allerdings wachsen. Nun meldet sie die Übernahme der Firma Sander Media aus Köln.

Fotolabore haben es heutzutage schwer. Die Laien nehmen das Handy zur Hand. Profis arbeiten mit Scannern, die immer größer und perfekter im Ausdruck werden. Zugleich wächst die Konkurrenz. Der Trumpf bei Grieger ist und bleibt jedoch die Kundenberatung. Gursky & Co haben dort seit Jahrzehnten dieselben Ansprechpartner, die wissen, was zu tun ist. Grieger muss jedoch den Nachwuchs gewinnen, indem er ihn gleichfalls an der Herstellung der Prints teilnehmen lässt.

Neuerdings werden Aida-Schiffe mit Fotografie ausgestattet

Eine neue Sparte zur Kunst am Bau verspricht Gewinn, indem die Fotografie zum Teil der Architektur wird. Beat Streuli hat dies einst bei der Glasfotowand der Stadtsparkasse an der Berliner Allee vorgemacht. Nun kann es sein, dass ein Fotograf die Flure auf einem Aida-Schiff mit Aufnahmen ausstatten darf. Grieger hat in Australien und London Fotokunstwerke in Glasfassaden integriert. Hierzu sind moderne industrielle Fertigungstechniken notwendig.

Für Köln ist die Nachricht von der Einverleibung der Firma Sander kein gutes Omen, zumal acht von neun Mitarbeitern gekündigt wurden. Übernommen wurde lediglich ein innovativer Techniker, der neue Entwicklungen präsentiert. Die Lizenz für Liquid Gloss, die Sander besaß, ist für Grieger allerdings nicht von Interesse. Grieger bleibt beim Foto hinterm Acrylglas.

Die Produktion und Reproduktion von Kunstwerken und Editionen wächst trotz der Übernahme der Kölner Firma nicht in den Himmel. So zog man bei Grieger die Reißleine, als es darum ging, eine neue Produktionsstätte an der Fichtenstraße aufzubauen. Diese Pläne sind nach Auskunft des Geschäftsführers Michael Burandt gestorben. Der Standort Färberstraße bleibt. Die ehemaligen Grieger-Inhaber hatten das Grundstück an ein Immobilienbüro in Düsseldorf verkauft. Von dort erhielt die neue Grieger-Firma eine Verlängerung des Mietvertrags. Es bleibt also alles beim Alten. Das aber ist in dieser Branche eine gute Nachricht.

An der Färberstraße arbeiten 40 Mitarbeiter, darunter fünf Azubis. Diese Nachwuchsförderung sei notwendig, so Michael Burandt, um neue Entwicklungen voranzutreiben.

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