Düsseldorf: Eine musikalische Familie, mal anders

Kultur : Eine musikalische Familie, mal anders

Die 22-Jährige Selena hat mit ihren Eltern eine Band gegründet: „Sanescere“. Jetzt kam das zweite Album heraus.

Eine Band mit den Eltern gründen? Das können sich wohl die wenigsten vorstellen. Bei der 22-jährigen Düsseldorferin Selena ist aber genau das der Fall. Bereits 2016 hat sie angefangen, zusammen mit ihren Eltern Musik zu machen, nun erschien das zweite Album „Liposom“.

Alternativ, düster und persönlich – so lässt sich die Band Sanescere wohl am ehesten beschreiben. In eine Schublade kann man sie allerdings nicht stecken. Der Sound hat sich über die letzten Jahre immer wieder verändert: „Am Anfang ging unser Musikstil noch in Richtung Pop-Rock, aber kommerziell war er nie“, erklärt Selena. Das neue Album hingegen ist deutlich elektronischer und vereint Indie mit Dark-Pop, also düsterem Pop.

2016 hat Frontfrau Selena erstmals den Gedanken für eine Zusammenarbeit gefasst, 2017 erschien dann auch schon das erste Album, mit dem gleichnamigen Titel Sanescere, was auf Latein „Die Heilung“ bedeutet. Das ganze Album wurde eigens von ihren Eltern, die auch beruflich Musiker sind, und ihr produziert. Sie möchten allerdings ihren Namen nicht nennen. Die Mutter spielt Schlagzeug und Saxophon, der Vater Klavier, Gitarre und produziert die Songs. Selena schreibt zusammen mit ihm die Texte selbst und experimentiert dazu noch am Mischpult. Dabei gibt es aber keine Faustregel und auch keine festgelegten Themen. Die Songs handeln von Sehnsucht, körperlicher Nähe und dem alltäglichen Leben, eben genau das, was eine junge Frau so bewegt. „Die Texte gehen in verschiedene Richtungen und folgen nicht einem bestimmten Konzept“, sagt sie.

Vergangenen Freitag hat die Band bereits im Kloster Flingern gespielt. Dabei konnten ihr 200 Leute allen Alters zusehen und die melancholische Stimmung genießen. Familiäre Atmosphäre, im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Performance ist aber nicht immer dieselbe: „Auf der Bühne experimentieren wir gerne rum“, sagt Selena. Es scheint, als hätte die Familie die perfekte Mitte zwischen Freundschaft und Erziehung gefunden: „Wenn wir zusammen Musik machen, vertrauen wir uns blind und es fühlt sich an wie eine Freundschaft, aber wenn ich Probleme habe, sind meine Eltern immer noch meine Eltern.“

Da diese auch beruflich viel unterwegs sind, steht Selena auch gerne mal alleine auf der Bühne, so wie Anfang Februar im Bumann & Sohn in Köln. Dort hat sie viel mit Effektgeräten gearbeitet und einzelne Sequenzen wiederholt.

„Die Liveshow war ganz anders aufgebaut als sonst und ich konnte noch mehr elektronische Elemente einbauen.“ Man merkt also, die Auftritte sind an keine Konventionen gebunden und reproduzieren nicht – wie die meisten anderen Bands – das im Studio aufgenommene genauso auf der Bühne. Somit erfinden sie sich immer wieder neu und lassen sich nicht auf ein Genre festlegen.

 Anfang nächsten Jahres soll es dann auch eine kleine Tour geben, Genaueres wird aber noch bekannt gegeben auf der Facebookseite Sanescere.

Die Musik kann man sich zudem auf Spotify und Youtube kostenlos anhören.