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Düsseldorf: Clara Schumanns Todestag wird bei den Düsseldorfer Literaturtagen mit Lesung gefeiert

Lesung der Düsseldorfer Literaturtage : Ein bewegender Einblick in Clara Schumanns Leben

Tessa Mittelstaedt las im Heine-Institut aus dem Leben von Clara Schumann.

Clara Schumann liebte und schätzte ihre Familie. Das macht sie in ihrem Testamentsbrief mit liebevollen Worten unmissverständlich deutlich. „Ihr tröstet mich“, heißt es dort, „ihr richtet mich auf“. Mit „Liebe und Sorgfalt“ seien die Kinder ihrer Mutter immer eine Stütze gewesen. Sie sollten deswegen selbst ein sorgenfreies Leben haben.

Es ist ein persönlicher und bewegender Einblick ins Leben Schumanns. Auch, weil die Schauspielerin Tessa Mittelstaedt ihn mit warmer Stimme und gefühlvoller Intonation vorträgt. Mittelstaedt wurde vom Heine-Institut eingeladen, im Rahmen der Literaturtage aus dem Brief, der im Besitz des Instituts ist, und dem Buch „Clara Schumann – Ein Leben für die Musik“ zu lesen.

Todestag des berühmten Musikers jährte sich zum 125. Mal

Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt: Am 20. Mai jährt sich der Todestag der berühmten Musikerin und Komponistin zum 125. Mal. Entsprechend standen die letzten Jahre von Schumanns Leben im Fokus. Mittelstaedt führte durch melancholische Momente. Wehmütige Abschiedsszenen wie das letzte öffentliche Konzert der virtuosen Pianistin: Gemeinsam mit James Kwast spielte sie die Variationen für zwei Klaviere über ein Thema von Haydn. Die Interpretation dieser Komposition von Johannes Brahms kam beim Publikum so gut an, dass Schumann und Kwast sie direkt noch einmal spielen mussten.

In den darauffolgenden Jahren konnte Schumann aufgrund körperlicher Einschränkungen kaum noch musizieren, aber die raren Momente voller Melodien und Harmonien genoss sie umso mehr. Bisweilen war es bei der Lesung bedrückend zu hören, wie langjährige Freunde der Künstlerin starben und sie schwer darunter litt, nicht einmal mehr Konzerte besuchen zu können. Ein Lebensabend voller Verzicht, aber trotzdem hoffnungsvoller Momente wurde gezeichnet. So war Schumann bis zum Schluss von Familie und Freunden umgeben – von ihrem letzten Geburtstag über kleine Musikabende bis zum Abschied in ihrer Frankfurter Wohnung und der anschließenden Beerdigung in Bonn. Die Autorin Irmgard Knechtges-Obrecht hat all das in klaren und eleganten Worten umschrieben. Ihre Begeisterung für Schumann wogte den Zuhörern direkt bei ihrer kurzen Einführungsansprache entgegen.

Auch Mittelstaedt erwies sich als Schumann-Kennerin, die früh mit der Musik des berühmten Ehepaares in Berührung kam. Ihr Stiefvater, erzählte sie, habe in ihrer Kindheit Lieder von Robert Schumann am Klavier gespielt und die Mutter dazu gesungen. Das habe die Schauspielerin ebenso geprägt wie Clara Schumanns außergewöhnliches Leben: „Sie war eine moderne Frau, die sich nicht von ihren Zielen abbringen ließ.“ Mittelstaedt fand damit passende Worte für das Ende einer gut einstündigen Lesung, die stimmungsvoll an eine Ausnahmekünstlerin erinnerte.