Dringende Opernsanierung startet in zwei Jahren

Dringende Opernsanierung startet in zwei Jahren

Ausschuss beschließt Maßnahme einstimmig. Aus kalkulierten 18 Millionen Euro kann deutlich mehr werden.

Düsseldorf. Liest man die Details der notwendigen Sanierungen am Gebäude der Oper, muss man sich ernsthaft wundern, dass dort überhaupt noch Vorstellungen gegeben werden. Dach kaputt und veraltet, Technik teilkaputt und veraltet, Bestuhlung veraltet, Ausfälle der Audio- und Videotechnik — lautet die verheerende Diagnose der Experten. Sie ist der Grund dafür, dass die Mitglieder des Kulturausschusses gestern zu einer Sondersitzung zusammenkamen. Einziger Tagungsordnungspunkt: die Opernsanierung. Nachdem in der Vergangenheit das Thema mit immer neuen Details hochschnellte, brachte der Kulturausschuss jetzt einstimmig eine Lösung auf den Weg. Innerhalb eines Jahres soll die Verwaltung einen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss vorlegen. Überdies traten SPD, Grüne und FDP dafür ein, die Verwaltung möge mit Hilfe externer Experten eine präzise Darstellung des Handlungsbedarfs vornehmen. Nachdem die CDU zunächst Bedenken äußerte, dieser Schritt könne eine Verzögerung bedingen, ließ sie sich vom Gegenteil überzeugen. „Wir wollen nicht mit dem Dach anfangen, um festzustellen, dass auch am Fundament etwas nicht stimmt“, sagte Manfred Neuenhaus, Geschäftsführer und jetzt auch Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion.

Opernintendant Christoph Meyer und Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Oper, zeigten sich erleichtert. In zwei Jahren, schätzt Stampler-Brown, könne mit der Sanierung begonnen werden. Rund 18 Millionen Euro wird die Maßnahme kosten. Aus eigener Kraft kann die Oper die Finanzierung der Baumaßnahme nicht stemmen. Die Politik muss zusätzliches Geld bereitstellen. Daher regte die Ampel-Koalition an, zur Gegenfinanzierung Verkaufserlöse etwa aus dem Grundstück des alten Balletthauses in Niederkassel heranzuziehen. Dort sind allerdings bis auf Weiteres Mitarbeiter des Schauspielhauses untergebracht, denn das Theater am Gründgens-Platz wird saniert.

Bereits 2006/2007 war ein umfangreicher Sanierungsbedarf an der Oper bekanntgeworden. Mehr als 30 Millionen Euro wurden investiert, fünf Millionen mehr als kalkuliert. Aktuell scheint man von Schlimmerem auszugehen. In der gestern abgestimmten Beschlussvorlage heißt es: „Die Abweichung zu den tatsächlich entstehenden Kosten kann bis zu 40 Prozent betragen.“ Eine solche Abweichungsklausel ist angesichts hoher Investitionen nichts Ungewöhnliches, wohl aber die genannte Zahl: eine Kostensteigerung von 40 Prozent nicht ausschließen zu können, bedeutet besonders viel Spielraum. Üblich sind 30 Prozent.

Ebenfalls einstimmig verabschiedet wurde die Einrichtung einer Projektgruppe „Sanierung Kulturgebäude“, um den Sanierungsbedarf grundsätzlich zu inventarisieren.

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