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Drei Kunst-Studenten gründen den Off-Raum Ego in Düsseldorf

Kultur Kompakt : Drei Kunst-Studenten gründen Off-Raum „Ego“

Auftakt mit Hommage an die Mutter als Ursprung allen Lebens.

„Ego“ nennt sich der neue Off-Raum Erkrather Straße 10. Drei Akademie-Studenten der Schneider-Klasse, Philipp Boshart, Jannik Ott und Deniz Saridas haben ihn gemietet. Sie teilen sich die 270 Euro Miete für die schmale, weiß gekachelte Schaufenstergalerie, in der zuletzt ein Juwelier arbeitete, bevor der Raum leer stand.

Warum aber einen neuen Raum, wenn man doch als Studenten in der Akademie arbeiten kann? Die Drei erklären den Grund: „Wir spüren eine große Unzufriedenheit mit dem, was uns an Ausstellungen umgibt, auch mit dem, was der Rektor für die Akademie plant. Deshalb machen wir ein eigenes Programm als Gegenentwurf. Wir möchten Fragen stellen, auch manchmal ganz naiv an die Dinge herangehen, denn wir können mit den meisten Arbeiten um uns herum nichts anfangen.“ Das hört sich nach harter Kritik an.

Den Auftakt macht Jannik Ott mit drei Texten, die er direkt aus der Tube mit schwarzer Farbe auf die Tafeln schreibt. Sie drehen sich um die Mutter als Ursprung des Lebens. „Mama war schon immer die tiefste aller Höhlen“, heißt es da. Der junge Künstler erfasst sich also nicht als ein selbsternanntes Genie, das die Stars dieser Welt egomanisch überrunden will.

Auch der Bauchnabel, das einstige Loch, durch das die Nabelschnur gezogen wurde, um das Kind im Mutterleib bis zur Geburt zu ernähren, spielt eine Rolle. „Durch anhaltenden Druck mit dem Fingernagel in den Bauchnabel lässt sich an der Stelle ein für immer geschlossen geglaubtes Loch wieder öffnen“, so der Verweis auf die Menschwerdung. In der dritten Tafel geht es um das „unbemerkte Feuer“, wenn der Kopf brennt und sich der Geist entwickelt.

Die Ausstellung, die man auch durch das Fenster betrachten kann, läuft bis 18. November. Ab 29. November stellt Philipp Boshart aus, und dann kommt Deniz Saridas an die Reihe. Es wird immer einen Künstler pro Monat geben. Auch Kollegen sollen ausstellen können. Die Botschaften dürfen auch aggressiv und polarisierend sein.

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