Digitale Düsseldorf: Ben J. Riepe inszeniert Performance zu Geistern

Performance : Digitale Düsseldorf: Performance zu Geistern uraufgeführt

Ben J. Riepe verwandelte den Düsseldorfer Kunstraum in eine Bühne.

Ein weißer Raum hinter Plexiglas. Möbliert, ganz in Weiß. In diesem sonderbar hermetischen Raum drapieren sich Figuren, fünf Performer. Unbeweglich in postmodern anmutende pastellfarbene Kostüme gesteckt, posieren sie. Umrahmt von statischem und doch bewegtem Klang werden sie Fragen stellen: an sich, an die Welt - tiefgründig und doch so enigmatisch. So setzt Ben J. Riepes „Geister - Fragment“ im Kunstraum Düsseldorf an, eine Performance, ja ein Gesamtkunstwerk, im Rahmen der „Digitale Düsseldorf“ als Auftakt einer länger angelegten Serie.

Eine Installation? Doch der Schein trügt. Der Raum, der durch sich ändernde Lichttemperatur immer neue Tönungen erhält, wird später Schauplatz eines Purgatoriums. Es wird gesungen, die Statik bricht auf und eine skurrile und doch berührende, an eine avantgardistische Modenschau erinnernde Szenerie bricht ein. Spiegelbild zum Vorherigen? Identitäten, Selbst- und Fremdbilder? Schließlich mündet alles im Nebel, sowohl ästhetisch als auch philosophisch. Geister erscheinen – die Performer in weißen Ganzkörperanzügen –, ja Geist dekonstruiert sich. Und Grenzen verschwimmen. Am Ende öffnet sich der gläserne Vorhang, um das Publikum einzuladen sich in den weißen Raum zu mischen. Was bleibt ist philosophischer Dada, der dennoch sehr tief trifft. Bravo!

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