Oper: Die Spielzeiteröffnung an der Düsseldorfer Oper wird eisig

Oper : Die Spielzeiteröffnung an der Düsseldorfer Oper wird eisig

Am Mittwoch feiert die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf mit Marius Felix Langes „Die Schneekönigin“ den Beginn der Saison. Eintritt frei.

Düsseldorf. Die Spielzeiteröffnung am 12. September an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf steht ganz im Zeichen der eisigen Märchenwelt der „Schneekönigin“. Es wird aber nicht nur Marius Felix Langes Oper nach Hans Christian Andersen eine Wiederaufnahme erleben — dies übrigens bei freiem Eintritt, so wie der ganze Tag. Die Spielzeiteröffnung möchte auch darüber hinaus einen erlebnisreichen Tag für alle, vor allem natürlich Familien, bieten.

Ein gutes Konzept, denn die Oper in all seiner Bandbreite muss als oberstes Ziel haben, mit ganzen Kräften auch junge Menschen für ihren Zauber zu begeistern. Dies gelingt schon bei vielen auch kinderfreundlichen Aufführungen. Die Begeisterung stellt sich zumeist von selbst ein, sobald Kinder von Musik und Theater in märchenhafte Welten hineingezogen werden. Doch der Schritt den Weg in die Oper zu finden, mal einen Blick in die Sphäre des Musiktheaters zu wagen, scheint hin und wieder eine Hürde darzustellen. Indes ein ganzer Tag, bei dem das Opernhaus kostenlos ihre Türen öffnet, verbunden mit einem Thema, das bei jungen Menschen besonders hoch im Kurs steht, wird vielleicht ein noch breiteres Publikum erreichen können.

Schon am Eingang des Opernhauses erwartet die Besucher eine von der Geschichte um die Schneekönigin inspirierte Stimmung. Schneien soll es vor dem Haus, natürlich mit Hilfe von Effekten aus dem Zauberkasten der Inszenierung. Schon ab 16 Uhr stehen die Pforten des Hauses offen. Das Vorprogramm bietet neben spielerisch gestalteten Einführungen zu dem Stück um 16.15 Uhr und 17 Uhr auch Stationen, wie einen Maltisch. Eisige Tattoos — abwaschbar —, „neue Tricks der Maske“ oder auch die ausgestellten original Kostüme der Inszenierung, die 2016 Premiere feierte, sollen auf die Aufführung einstimmen. So auch die Trolle aus der Inszenierung, die wie auch vor jeder anderen Aufführung durch das Haus streifen. Auch ein Glücksrad mit einer Vorlosung ist angekündigt. Derartige Festivitäten kommen selbstredend ohne eine kulinarische Komponente nicht aus.

Ab 17.30 Uhr öffnen sich die Türen des Zuschauersaales und ein jeder kann sich seinen Platz für die Aufführung — übrigens in Gänze, ungekürzt, mit allem was dazu gehört — selbst wählen. Ab 18 Uhr dimmt sich das Licht und unter musikalischer Leitung von Ville Enckelmann erklingen die ausdrucksstarken eklektizistischen Klänge von Langes Partitur, gespielt vom Altstadtherbstorchester. In, wie schon bei früheren Aufführungen gesehen, beeindruckende Bilder gepackt von Tatjana Ivschinas Bühne und Kostüme und Johannes Schmids Regie. Wie wird die Geschichte um Schneekönigin, gesungen von Adela Zaharia, Kay (Dmitri Vargin) und Lavinia Dames als Gerda ausgehen?

Herzenswärme, die bei diesem Märchen eine so große Rolle spielt, wünscht man sich für unsere Zeit — ein wenig davon zumindest kann ein Tag am Düsseldorfer Opernhaus verstrahlen, mit magischen Klängen, großen Bildern und Gesang. Das kann Oper, dafür lebt und wirkt sie. Und dies nicht nur an diesem einen Tag.

Die Inszenierung ist eine Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn im Rahmen von „Junge Opern Rhein-Ruhr“. Sie dauert 90 Minuten, keine Pause. Empfohlen ist das Stück in deutscher Sprache ab 6 Jahren. Für besseres Verständnis gibt es zudem — wie üblich — Übertitel.

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