Die Probleme im Malkasten in Düsseldorf sind noch ungelöst

Weihnachtsausstellung : Malkasten: Probleme sind noch ungelöst

Die Weihnachtsausstellung ist noch immer nicht im Restaurant im Malkasten angekommen.

Notgedrungen gelangen die 270 ordentlichen und 180 außerordentlichen Mitglieder des Künstlervereins Malkastens nur durch den Hintereingang zu ihrer Weihnachtsausstellung. Die großen, hohen Wände im Restaurant sowie die Lido-Bar hat der Pächter Robertino Wild noch immer nicht für die Mitglieder freigegeben. Die Bar ist blau und im Übrigen dunkel, in diesem schummrigen Raum würde man kein Gemälde erkennen können. Und für das Restaurant hat der Pächter offensichtlich Sonderkonditionen mit der Künstlerin Rosemarie Trockel und ihrer Galeristin Monika Sprüth getroffen. Jedenfalls sind die Wände für die Malkästner noch nicht freigegeben. Malkasten-Chef Robert Hartmann erklärt wie im letzten Jahr: „Wir müssen das Problem im nächsten Jahr lösen. Meine Ansprechpartner sind jedoch weder Rosemarie Trockel noch Monika Sprüth, sondern der Pächter.“

Gleichfalls noch nicht geklärt ist, ob und in welcher Form die Gertrud-Henkel-Stiftung die Appendix-Bauten saniert und dafür das Hertzsche Haus auf Erbpacht übernimmt. Schließt die Malkasten-Stiftung den Erbpachtvertrag ab, wie es die Malkästner mit großer Mehrheit beschlossen haben, würde Henkel die Pflege und Renovierung des maroden Komplexes übernehmen.

Inzwischen kristallisieren sich jedoch zwei Probleme heraus. Muss die Erbpacht bei 50 Jahren liegen? Was haben die Malkästner angesichts einer derart langen Wartezeit davon? Werden sie nicht längst unter der Erde sein? Die zweite Frage gilt dem Parkhaus im Malkasten, wo die junge Künstlerriege unter dem ehrenamtlichen Ausstellungsmacher Karl Heinz Rummeny ihr Stelldichein feiert.

Zu beiden Fragen nimmt Robert Hartmann Stellung. Erstens sei der Vertrag mit der Gertrud-Henkel-Stiftung in Arbeit. Seine Hoffnung: „Wir hätten dann das große Glück, dass wir die Bauten saniert bekommen.“ Zum Parkhaus im Malkasten rudert er neuerdings ein klein wenig zurück. Ursprünglich dachte er daran, die zukünftigen Ausstellungen nicht mehr auf die aktuelle Szene, sondern historisch auszurichten. Denn dafür könne man Drittmittel akquirieren. Inzwischen denkt er eher an ein „flexibles Konzept“ mit unterschiedlichen Formate. Festlegen lässt er sich jedoch noch nicht, sondern sagt: „Wir werden das eine tun, das andere nicht lassen.“

Den Malkästnern selbst geht es derzeit auch darum, viele Käufer für ihre Werke in der Weihnachtsausstellung zu gewinnen. Das Thema heißt diesmal „Künstler sehen Künstler“. Und so tauchen denn Michelangelo, Caravaggio, Leonardo, Mona Lisa und Frida Kahlo auf. Till Hausmann skizziert mit ein paar genialisch gesetzten Pinselstrichen das Porträt von Rembrandt, Ingrid Schreiber holt sich Tolstoi in den Hambacher Forst. Und Picasso darf unter den Sonnenschirm seiner geliebten Francoise Gilot schlüpfen, diesmal nicht im Foto, sondern in Ölfarbe. Bei Preisen ab 100 Euro winkt manches Weihnachtsgeschenk.

Info: Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6a, Jacobihaus. Ausstellung bis 29. Januar, dienstags 19 bis 22 Uhr. Mittwoch, 12.Dezember, 20 Uhr, „Spirit-Fest“, Konzert mit Miki Yui,

Mehr von Westdeutsche Zeitung