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Die Komische Oper am Rhein hat einen Film gedreht: Rossinis „Barbier"

Oper als Film im Atelier-Kino : „Barbier von Sevilla“: Premiere läuft im Atelier-Kino

Die Komische Oper am Rhein spielt derzeit „Carmen“, hat aber auch einen Film gedreht: Rossinis „Barbier von Sevilla“. Premiere ist im Atelier-Kino.

Große Oper auf kleiner Bühne, nahbar, für alle – mit dieser Vision gründete Elsa Garcia Tarrága 2017 die Komische Oper am Rhein. Das Konzept ging auf, ein Stammpublikum war bald gewonnen. Wann immer die Düsseldorfer Opernsängerin in der Theaterkantine (in der Alten Farbwerken an der Ronsdorfer Straße 74) ihre feurige Carmen gab, blieb kein Stuhl leer. Auch Hausherr Rüdiger Fabry ließ sich von ihrer Leidenschaft begeistern und wirkte mit. Am 30. Oktober 2020, kurz vor dem langen Lockdown, starb Garcia Tarrága zum letzten Mal den Bühnentod. Begleitet von echten Tränen, denn die Sorgen drückten schwer: „Bei unserem Abschied wussten wir nicht, wie es für uns Künstler weitergehen könnte.“

Aber bald nach dem ersten Schock zündete bei ihr eine neue Idee. „Wenn die Menschen nicht zu uns können, müssen wir eben zu ihnen gehen“, sagte sich die Sängerin. Warum nicht eine Oper mit munterer Rahmenhandlung inszenieren und sie in einen Film verpacken?

Der Film wurde in
der Theaterkabine gedreht

Genau ein Jahr später kommt das erste Kapitel von Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ ins Kino, Premiere ist am 31. Oktober um 11.30 Uhr im Atelier an der Graf-Adolf-Straße 47. „Die Betreiber haben uns sehr freundlich aufgenommen“, erzählt Garcia Tarrága und kündigt eine bunte Mischung an: Gesungen wird originalgetreu in italienischer Sprache, gesprochen in englischer, dazu gibt es deutsche Untertitel. Weshalb sie sich für „Il Barbiere“ entschied? „Schwer zu singen, aber die Arien haben Ohrwurm-Charakter und sind wunderbar leicht“, antwortet sie, „die perfekte Oper für Einsteiger.“ Gedreht wurde der Film in einer einzigen Einstellung in der Theaterkantine, was dem Zuschauer das Gefühl einer echten Vorstellung vermittelt. Opernregie führte wie bei „Carmen“ Mario Tomás López. Fünf Sänger, ein Pianist, ein Friseur. Erzähler ist Rüdiger Fabry, der sich neben Elsa Garcia Tarrága, Filmregisseurin Celia Ruiz Artacho und Kameramann Alexander Pauckner an dem Künstlergespräch nach der 45-minütigen Kino-Vorführung beteiligt. Abgerundet wird die Matinee mit live gesungenen Höhepunkten aus „Carmen“. Der „Il Barbiere“-Film beglückt die Sängerin: „Unser bescheidenes Pflänzchen ist viel mehr gewachsen, als wir es uns ausmalen konnten.“ Ihr Traum aber geht weiter. Gern möchte Garcia Tarrága Kapitel zwei und drei ihrer Rossini-Version verfilmen. Allein sei die Finanzierung jedoch nicht zu stemmen – sie hofft auf Opernfreunde, die ihr Musikprojekt unterstützen.

Info Die Karten für die Sonntags-Matinee am 31. Oktober kosten 15 Euro, es gilt die 3 G-Regel. Die nächsten „Carmen“-Aufführungen an der Ronsdorfer Straße sind am 9. und 10. November. ­­

komischeoperamrhein.­­de