Die Düsseldorfer Band "Who's Amy" startet durch

Musik : Die Band „Who’s Amy“ aus Düsseldorf startet richtig durch

Sie haben sich nach einer Frau benannt und singen auf Deutsch. In ihrer „Homebase“ geben sie jetzt zwei Konzerte.

Die Frau, die für den Bandnamen Pate stand, wird es wohl nie erfahren. Zwei Dinge sind aber sicher, sie heißt Amy und spricht Englisch. „Wir haben zufällig mitgehört, wie jemand sich am Telefon von ihr verabschiedet hat und fragten: Amy wer? (englisch: Who’s Amy?). Mehr Details verrät Simeon Weller nicht und mehr ist eigentlich auch nicht wichtig, denn mit der Frage „Who’s Amy“ hatten Peer Richter, Robert Bücker und Simeon Weller ihren Bandnamen gefunden.

So zufällig wie dieses Ereignis ihrem musikalischen Unternehmen einen Namen gab, so lernte sich das Trio auch kennen. „Wir wurden durch eine gemeinsame Freundin zusammengebracht“, erinnert sich Gitarrist Robert an den ersten Kontakt zu Sänger und Keyboarder Peer. Der eine lebte in Gladbach, der andere wohnte in Hamburg. Man traf und verstand sich auf Anhieb. „Wir waren gleich auf einer Wellenlänge“, erinnert sich Robert und schnell war klar: „Wir brauchen noch einen Drummer.“ Mit dem Siegener Simeon war auch der bald an Bord.

Düsseldorf lag für die Band-Mitglieder am günstigsten

Blieb nur noch, eine gemeinsame Homebase zu finden. „Wir dachten, Düsseldorf liegt ziemlich in der Mitte“, bilanziert Peer und so zog das Trio zusammen in eine WG. Das heißt, eigentlich schliefen sie anfangs im Studio in Kaiserswerth, bis eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung gefunden war, die Platz genug für drei Matratzen bot. Denn mehr ist nicht von Nöten, schließlich sind die Drei sowieso kaum Zuhause.

Peer, Robert und Simeon starten gerade mit „Who’s Amy“ so richtig durch. Gaben kürzlich den Support für Cro im ISS-Dome und nahmen vier Songs für eine EP (ein Tonträger, der zwischen Single und LP angesiedelt ist) im Londoner Kensaltown Studio auf. Einem Ort, an dem schon Adele, James Blunt oder die Backstreet Boys an ihren Songs gefeilt haben. Abgehoben sind die Jungs deshalb aber nicht. Im Gegenteil: „Ehrlich gesagt, haben wir uns die vier Songs nach unserer Rückkehr noch einmal genau angehört und fanden, dass sie noch nicht wirklich rund klingen“, stellt Robert klar. „Wir drehten alles noch einmal auf links, bis es dann für uns stimmig war“, fährt er fort.

Dass „Who’s Amy“ wissen, was sie wollen, wird auch klar, wenn man ihre deutschen Texte und Arrangements hört. Sie haben etwas zu erzählen und mit ihrem Indie-Pop einen eigenen Stil, der sich angenehm von der Masse abhebt.

Auf Deutsch kann sich die Band am besten ausdrücken

Auf die Frage, was sie inspiriert, verrät Peer die Entstehungsgeschichte von „Mit anderen Augen“. Zu der Zeit, als der Sänger noch zwischen Hamburg und Düsseldorf mit dem Zug pendelte, kam er irgendwann zu spät bei seinen Kumpels an. „Alle waren mies gelaunt. Aber auf dem Bahnsteig stand eine junge Frau mit ihrem Blindenhund. Sie hatte ein Lächeln im Gesicht, das so viel positive Ausstrahlung hatte, da musste ich einfach drüber schreiben“, erinnert er sich. Dass die Texte auf Deutsch sein sollen, war für die Drei schon recht früh klar. „Es ist einfach die Sprache, in der wir uns am besten ausdrücken können“, meint Peer.

Klar verteilte Rollen gibt es bei den Jungs nicht. Natürlich spielt zwar jeder sein Instrument, aber wenn es ums Songschreiben geht, legen alle Hand an und verstehen das als Gemeinschaftswerk. Das Video zur Single „Bester Fehler“ haben „Who’s Amy“ in Peers alter Heimatstadt Hamburg gedreht.

Momentan sind sie viel auf Festivals am Start. Auch in Düsseldorf steht das Trio bald wieder auf der Bühne. Am 28. Juni gastieren „Who’s Amy“ beim Sommer-Festival „Fashion Rocks“ von Breuninger und am 12. Juli treten sie im „Pitcher“ an der Oberbilker Allee auf.

Mehr Infos im Netz unter:

www.wa-epk.com

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