Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaften finden in Düsseldorf statt

Poetry-Slam : Gipfel-Treffen der Poetry-Slammer in Düsseldorf

Im Oktober kämpfen Bühnen-Dichter aus allen deutschsprachigen Ländern um Trophäen.

Die deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften finden diesen Herbst in Düsseldorf statt. Es handelt sich um das größte Festival der Live-Literatur in Europa. Vom 27. bis 31. Oktober treffen 110 Solo-Slam-Poeten und 20 Teams aus sieben deutschsprachigen Ländern um die Meister-Pokale. Hinzu kommen mindestens 50 Slammaster, heißt: moderatoren und Gast-Slammer. Teilnehmen dürfen Spoken-Word-Performer  aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ost-Belgien, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol.

Der Einzel-Slam setzt sich aus zehn Vorrunden, drei Halbfinals und einem Finale zusammen, der Team-Slam aus zwei Halbfinals und einem Finale. Als Spielstätten dienen das Zakk, die Christuskirche, der Pitcher, das Pong im NRW-Forum, das AK 47, die Tonhalle (hier findet das Finale statt) sowie der Landtag. Der Landtag hatte von sich aus angefragt, bei den Poetry-Slam-Meisterschaften mitzumachen.

Auf rund 500 Poetry-Slams im deutschsprachigen Raum wird ermittelt, wer zur Leistungsschau nach Düsseldorf fahren darf.

Zu den Organisatoren des Bühnenliteratur-Festivals gehören Christine Brinkmann, Programmplanerin im Zakk, Aylin Celik, Musikerin und  Slam-Poetin aus Düsseldorf, Johannes Floehr, Veranstalter, Moderator und Autor, Marie Gdaniec, die unter dem Künstlernamen Marie Gehdannjez als Slammerin auftritt, der Slammer Helge Goldschläger, Bernard Hoffmeister, Autor, Slammer und Kulturwissenschaftler aus Düsseldorf, Jean-Philippe Kindler, der die Poetry-Slam-Meisterschaften 2018 in Zürich gewonnen hat und mit seinem Solo-Programm durch Deutschland tourt, Markim Pause, der mehrere Lesebühnen (etwa „Unter Elchen“ in Düsseldorf) und den Fußballverein FK Interslam 09 gegründet hat, und das Zakk-Team, das sich um Buchhaltung, Abrechnung, Ton, Licht, Presseaktivitäten oder gastronomicshen Service kümmert.

Nach 2000 und 2009 trägt Düsseldorf das Poetry-Slam-Championat zum dritten Mal aus. Es findet einmal im Jahr in wechselnden Städten statt, darunter Berlin, München, Hamburg, aber auch Zürich und Bern. Als der literarische Wettbewerb 1997 in Berlin startete, führte der Poetry Slam im deutschsprachigen Raum noch ein Nischendasein. Inzwischen hat sich das Format etabliert. Gerade bei jungen Menschen sei Poetry Slam beliebt, weil sie ohne Hürden ihre Texte auf Bühnen ausprobieren können, sagt Markim Pause. Nicht von ungefähr diene das Genre mittlerweile dazu, Literatur attraktiv zu vermitteln.

Renommierte Schriftsteller, Kabarettisten oder Journalisten haben ihre Wurzeln im Poetry Slam, etwa Saša Stanišić, der letztes Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten hat. Oder die Schweizer Kabarettistin Hazel Brugger, die regelmäßig in der ZDF-Satire-Sendung „Heute Show“ gastiert. Oder der iranisch-deutsche Journalist und Conférencier Michel Abdollahi. Alle Sieger der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft konnten sich bislang erfolgreich in den Sphären der Literatur oder der Kleinkunst durchsetzen. Hervorhebenswert sei der Rückhalt innerhalb der Slammer-Szene: Man tausche untereinander Erfahrungen aus, man gebe Tipps, wie man Auftritte verbessern könne und helfe sich zu vernetzen, meint Christine Brinkmann.

Die Slam-Teilnehmer werden keine Honorare erhalten, erhalten dafür zwei Mahlzeiten pro Tag, Hotelübernachtungen und Nahverkehr-Fahrten umsonst.

Tickets sind ab sofort erhältlich unter:

poetryslam2020.de