1. NRW
  2. Düsseldorf
  3. Kultur

Der Rebell ist wieder da und begeistert 7000 Fans in Oberbilk

Der Rebell ist wieder da und begeistert 7000 Fans in Oberbilk

Billy Idol braucht bei seinem Auftritt in Düsseldorf eine Weile, bis er seine Fans mitnehmen kann. Die wollen seine alten Nummern hören.

Düsseldorf. Wenn Billy Idol das Publikum fragt: „Do you feel alright?“ und der Musiker dann sagt: „Ja, mir geht es auch wieder gut.“ Dann ist das sicherlich keine Floskel, denn der 59-Jährige hat einiges an Alkohol- und Drogenexzessen hinter sich. Anfang 1993 hätte ihn das beinahe das Leben gekostet. Doch nach einer Überdosis und einem langen Aufenthalt auf der Intensivstation zog der Brite die Notbremse und lebt seitdem drogenfrei.

Und so steht Billy Idol am Dienstagabend auch nach über einem Jahrzehnt Tourpause wieder Gesund und Putzmunter in der Halle an der Siegburger Straße und schmettert seine Songs ins Mikrofon. Seit über 30 Jahren steht der ehemalige Punk-Rocker nun auf den Bühnen dieser Welt und auch das Publikum hat sich in dieser Zeit nicht wesentlich verändert, ist mit ihm gealtert. So vermisst man auch nicht das übliche Teenie-Gekreische, sobald sich Idol mal das T-Shirt vom Leib reißt. Und da er dazu neigt, sich auszuziehen, kommt dies während der knapp zweistündigen Show auch recht häufig vor.

Etwa 7000 Fans in der nicht ganz ausverkauften Halle sind begeistert. Allerdings brauchen sie eine Weile, um so richtig in Stimmung zu kommen, denn das Konzert beginnt mit Songs von seinem neuen Album. Und die möchte eigentlich niemand so richtig hören. Die Post geht erst ab, als Idol „Cradle of Love“ spielt.

Wenn es dann stimmlich nicht mehr ganz reicht, dann bekommt der Sänger Unterstützung von seinem Bassisten und der hat richtig Power in seiner Stimme. Allein die Band ist an diesem Abend schon einen Besuch wert. Sein langjähriger Wegbegleiter Steve Stevens, seit den Zeiten der Generation X, der ersten Band von Billy Idol, begeistert mit seinen Solo-Einlagen. Knapp zwei Stunden dauert die Show und mit 59 Jahren braucht man natürlich auch mal zwischendurch ein paar Ruhepausen. Und zur Halbzeit wird es dann auch merklich ruhiger und die Akustikgitarre kommt zum Einsatz. Doch das dauert nur etwa 15 Minuten und Idol ist wieder ganz der Alte und turnt bei „Rebell Yell“ über die Bühne wie ein Jungspund.

Nur vier Konzerte spielt Idol bei seiner Deutschland-Tournee. Nach Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf steht am Freitag in Nürnberg der letzte Auftritt auf dem Programm.