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Düsseldorfer Symphoniker: Der Junior-Chef greift zum Taktstock

Düsseldorfer Symphoniker : Der Junior-Chef greift zum Taktstock

Alexandre Bloch gibt Antrittskonzert bei den Symphonikern.

Düsseldorf. Mit seinen gerade mal 30 Jahren gehört der Franzose Alexandre Bloch zu den Dirigenten der jüngsten Generation. Und doch blickt er bereits auf große Erfolge zurück. Beispielsweise bekleidet er seit 2012 eine Dirigentenstelle beim renommierten London Symphony Orchestra (LSO). Nun ist er Principal Guest Conductor der Düsseldorfer Symphoniker.

Damit fungiert Bloch sozusagen als Junior-Chef des Orchesters neben dem Prinzipal-Dirigenten Ádám Fischer. Seltener dirigieren als Fischer wird er aber nicht. Im Gegenteil: In der laufenden Saison ist der Franzose sogar etwas häufiger im Mendelssohn-Saal anzutreffen als sein ungarischer Kollege.

Unbekannt ist Bloch dem Düsseldorfer Publikum derweil nicht: Während der vergangenen Gastdirigenten-Saison übernahm er eins der sogenannten „Sternzeichen“ und beeindruckte mit einer kraftvoll klaren und gewissermaßen klassischen Gestaltung des Meistersinger-Vorspiels Richard Wagners sowie des „Heldenlebens“ von Richard Strauss. Nahezu altmeisterlich ging der damals 28-Jährige an die Werke heran.

Nun stehen die Vierte Symphonie „Italienische“ von Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm sowie das Erste Violinkonzert Niccolo Paganinis (Solist: Roman Kim) und „Three movements for orchestra“ des Minimalisten Steve Reich.

Dass auch ein zeitgenössischer Komponist vertreten ist, gehört zu Blochs Konzept. Im Gespräch mit unserer Zeitung kündigte er bereits vor einigen Monaten an, bei jedem Konzert auch Musik noch lebender Komponisten aufführen zu wollen. Er wolle die Besucher aber auf das Neue vorbereiten: „Den Aufführungen werden kleine Einführungen voran gehen, so dass sich das Publikum allmählich an die modernen Klänge gewöhnen kann und offen dafür wird, immer mehr Neue Musik zu entdecken“, sagt Bloch.

Die bisherige Zusammenarbeit mit den hiesigen Symphonikern habe ihn sehr überzeugt, versichert der international hoch gehandelte Kapellmeister: „Das Orchester hat einen unglaublichen Klang: tief und voll“, sagt Bloch. Außerdem habe er bei den Proben die hohe Reaktionsgeschwindigkeit der Musiker geliebt. „Ich habe mich vom ersten Augenblick an wohl gefühlt, als ich die Tonhalle betrat.“