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Das zeigen jetzt die Düsseldorfer Filmkunstkinos

Neu in den Programmkinos : „Knives out – Mord ist Familiensache“: Daniel Craig ermittelt als Privatdetektiv

Unser Kolumnist Philipp Koep beleuchtet aktuelle Filme in Düsseldorfer Programmkinos.

Knives Out – Mord ist Familiensache

Eine Woche nach dem 85. Geburtstag von Harlan Thrombey (Christopher Plummer) versammelt sich seine Familie schon wieder auf dessen Landsitz. Diesmal allerdings zur Eröffnung seines Testaments, denn der steinreiche Familienpatriarch hat just zum Wiegenfest das Zeitliche gesegnet: er wurde mit durchgeschnittener Kehle im Arbeitszimmer gefunden. Da sein Testament für eine faustdicke Überraschung sorgt, entbrennt bald eine gnadenlose Schlammschlacht in der Familie, die Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) die Ermittlungen nicht leichter macht. Doch sein untrügliches Gespür verrät ihm, dass nicht jedes Alibi wasserdicht ist. Oldschool-Krimi von Rian Johnson mit illustrer Besetzung (Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Colette, Chris Evans) und etlichen subtilen Kniffen.

Das zeigen jetzt die Düsseldorfer Filmkunstkinos
Foto: Judith Michaelis

Metropol, tgl. 16, 18.45 u. jeweils um 21.30 Uhr im engl. OmU

Queen & Slim

Aus einem ganz normalen Tinder-Date entwickelt sich eine nationale Verbrecher-Jagd. Queen und Slim sind ganz brave Bürger, aber sie sind schwarz. Sie hat ihn geswiped, weil sie sein Lächeln irgendwie süß fand und nicht allein sein wollte. Er fand sie attraktiv, ist sonst ein totaler Familienmensch und hätte natürlich niemals auf einen One-Night-Stand gesetzt. Doch als Slim seine Queen vor der Haustür absetzen will, wird das Auto von einer Polizeistreife angehalten. Die Rechtsanwältin Queen fordert ihre Rechte ein und es kommt zu einer tragischen Verkettung. Am Ende hat Slim den Officer erschossen. Aus dem Date wir ein Zweckbündnis, keiner der Beiden will auf die Justiz vertrauen, sie sind auf der Flucht.

Soweit die spannende Eröffnung des Spielfilmdebüts der griechisch-amerikanischen Musikvideo-Regisseurin Melinda Matsoukas. Es folgt ein Roadmovie, dessen Stationen immer befremdlicher werden, wenn die Queen & Slim zu Helden einer zunehmend konspirativen schwarzen Bevölkerung werden. Die schwarze Version von Bonnie & Clyde will aktuell und politisch sein, doch leider ist sie auch kreuzbrav und politisch unbedarft.

Atelier, Vorpremiere am Mo. um 19 Uhr (engl. OmU)

Miles Davis – The Birth of Cool

„The Birth of Cool“ war ein Spätzünder, erst rund zehn Jahre nach den Aufnahmen wurde die Geburt des „Cool Jazz“ 1957 ein Verkaufserfolg. Ähnlich verhält es sich mit dem Trompeter Miles Davis, dessen Bedeutung für den Jazz erst relativ spät deutlich wurde. Relativ spät reagierte auch das Bio-Pic-Kino auf die Musiker-Legende. Nach dem Spielfilm „Miles Ahead“ bringt nun Stanley Nelson sein Porträt in die Kinos, das nach der berühmten Platte benannt wurde. Ausführlich kommen Freunde, Bekannte, Wegbegleiter und Prominente zu Wort, die Musik des schillernden Künstlers kommt bei der „Talking Heads“-Parade akustisch ins Hintertreffen.

Bambi, tgl. 21.15 Uhr (engl. OmU) 

Buñuel – Im Labyrinth der Schildkröten

Ausgerechnet der Lottogewinn eines befreundeten Künstlers, bei einem Zechgelage verwettet, verhalf Luis Buñuel zum Budget für seinen ersten Dokumentarfilm. Mit der Estremadura hatte sich der 32-Jährige die ärmste und rückständigste Gegend seiner Heimat ausgesucht. Sein „Land ohne Brot“ war in radikaler Parteinahme für die Armen unerträglich für die Regierung und wurde verboten.

90 Jahre später hat sich nun Salvador Simó an die (Zeichentrick-)Geschichte dieses Filmprojektes gemacht, das die Weltsich des exzentrischen Filmkünstlers deutlich werden lässt.

Metropol, So. 12.15 Uhr

Judy

Zum 50. Todestag erhält Judy Garland quasi per Biopic eine späte Hommage. Ob Renée Zellweger dafür die geeignete Darstellerin ist, mag Geschmackssache sein. Die Produktion von Rupert Gold fokussiert sich auf das letzte Lebensjahr der von Tablettensucht und Krankheit gezeichneten Hollywooddiva.

Während sie sich in Amerika mit lausigen Engagements, ihrem schwindenden Ruhm und dem Vater ihrer Kinder um das Sorgerecht herumschlägt, erhält sie ein lukratives Angebot aus London. Die Konzerte in der britischen Metropole werden nach anfänglichen Schwierigkeiten ein durchschlagender Erfolg, doch die Trennung von den Kindern kann sie trotz der Romanze mit dem Nachtclub-Besitzer Mickey Deans nicht verwinden.

Renée Zellweger legt sich voll rein in  die Rolle der Garland, deren Fußstapfen sie dennoch nicht zu füllen vermag.

Atelier, tgl. 14, 16.30 u. (außer Mo.) 19 Uhr, So. 19 Uhr engl. OmU