Das Museum Kunstpalast hat zu hohe Ausgaben

Das Museum Kunstpalast hat zu hohe Ausgaben

Im Ehrenhof wird zu teuer Kunst ausgestellt. 120 Vorschläge von Beratern sollen das ändern.

Düsseldorf. 12 Millionen Euro Einnahmen, aber die Kosten liegen jährlich um die 2,5 Millionen Euro höher: So kann es im Museum Kunstpalast (MKP) nicht weitergehen. Am Donnerstag präsentierte die Unternehmensberatung Boston Consulting (BC) 120 Vorschläge, wie man die Stiftung MKP besser organisieren kann.

„Der Arbeitsausschuss und der Vorstand werden schauen, was möglichst schnell umgesetzt werden kann“, kündigt Oberbürgermeister Dirk Elbers an. Auch wenn Personal abgebaut werden soll, ist von betriebsbedingten Kündigungen keine Rede.

Vor allem geht es um eine Neuausrichtung des MKP. „Man hat am Anfang davon gesprochen, dass man sich am Niveau einer Tate Modern in London ausrichten wolle“, sagt Johannes Teyssen, Vorstandschef von Eon und Partner in der Stiftung. „Aber das ist nicht unser Gegner. Bei der El-Greco-Schau kamen 90 Prozent der Besucher aus NRW.“ Die Bürger von Paris seien vielleicht auch nicht die richtigen Werbeadressaten. 80 000 Euro habe man ausgegeben, um am Pariser Nordbahnhof für Greco zu werben.

Geld, das man sich künftig wohl spart. Auch bei der Ausstellungsplanung soll auf die Bremse getreten werden. Dass gleich nach El Greco die Gursky-Schau begann, kann Elbers nicht verstehen. „Einmal im Jahr eine solche Top-Ausstellung — und ich bin glücklich.“

BC habe viele Vorschläge von Mitarbeitern erhalten, etwa zur Energieversorgung. Auch seien teure Katalogproduktionen oder Doppelarbeiten ausgemacht worden. Es sei beispielsweise fraglich, ob man parallel eine Marketing- und eine Kommunikationsabteilung beschäftigen wolle.

Noch wichtiger aber ist der Marktvergleich. „Das Museum benötigt bei einer Ausstellung pro 100 000 Besucher doppelt so viele Mitarbeiter wie andere Häuser“, stellt Teyssen fest. Man habe sich da keinesfalls „Würstchenbuden“ angeschaut, sondern Häuser wie das Museum Ludwig in Köln, die Hamburger Kunsthalle oder das Städel-Museum in Frankfurt.

Die Sparpotenziale sollen nun ausgenutzt werden, „hier und auch in anderen Museen“, kündigt Elbers an. Man wolle die natürliche Fluktuation und anstehende Verrentungen nutzen, um Personalkosten zu reduzieren. Man sei aber froh, dass zwei Drittel der Einsparmöglichkeiten bei den Sachkosten lägen.

30 Millionen Euro hat Eon seit 1998 in das MKP gesteckt. Bis 2014 zahlt man pro Jahr 1,1 Millionen Euro. Teyssen deutete an, dass eine weitere Unterstützung leichter falle, wenn nun die Erkenntnisse umgesetzt würden.

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