Das Görres-Gymnasium an der Kö stellt seinen neuen Direktor vor

Schule : Neue Schulleitung am Görres-Gymnasium

Axel Kuhn und Wilhelm Josephs wurden jetzt offiziell vorgestellt. Auch die Stadtspitze schaute an der Kö vorbei – wo humanistische Bildung eine besondere Art von Luxus darstellt.

In Amt und Würden sind sie schon seit ein paar Monaten, aber erst jetzt wurden sie am Görres-Gymnasium offiziell eingeführt: Axel Kuhn als Schulleiter und Wilhelm Josephs als Stellvertreter. Der „Görres-Familie“, die im nächsten Jahr das 475-jährige Bestehen der Schule feiert, vermitteln diese Personalien  Stabilität und Sicherheit, nachdem  es mit vier Schulleitern in den vergangenen sieben Jahren bisweilen zu Turbulenzen an der Königsallee gekommen war, daraus machten die Spitzen von Förderverein und Schulpflegschaft beim Festakt am Mittwoch keinen Hehl.

An dem nahmen übrigens nicht nur die Stadtspitze mit Oberbürgermeister Thomas Geisel und den beiden Bürgermeistern Friedrich Conzen und Wolfgang Scheffler teil, sondern auch pensionierte Görres-Schulleiter wie Otto Wirtz und sein (kommissarischer) Nachfolger Willi Dienst sowie ehemalige Schüler wie der frühere IHK-Präsident und Henkel-Chef Ulrich Lehner.

Axel Kuhn war seinem Vorgänger Peter Labouvie vom Gymnasium Koblenzer Straße an die Kö gefolgt, Josephs kam von einem Privat-Gymnasium aus Willich nach Düsseldorf. Beide unterrichten passend zum humanistischen Profil des altsprachlichen Gymnasiums Latein. Beim Festakt in der Aula freilich überließen sie es ihrer Fachkollegin Riccarda Schreiber, das Leitbild und den Anspruch der Schule anhand des Mottos „Sapere aude“ (Wage es weise zu sein oder wage es vernünftig zu denken) prägnant und  humorvoll zu bekräftigen. Natürlich stehen Alt-Griechisch und Latein, aber eben auch die Naturwissenschaften sowie Musik (die am Görres seit jeher einen ganz besonderen Stellenwert hat) und Kunst für den humanistischen Anspruch, den man nicht aus musealer Bildungsbürgerlichkeit sondern „aus lebendiger Überzeugung“ lebe.

Und weil zuletzt durch den beschlossenen Wegzug des benachbarten Luisen-Gymnasiums die Sorge aufkam, auf Sicht könnte auch der lukrative Görres-Standort zur Disposition stehen (was die Stadt jedoch sofort dementierte), winkte Riccarda Schreiber der versammelten Stadtspitze sicherheitshalber noch einmal dezent mit dem Zaunpfahl: „Es ist schön, dass sich Düsseldorf ein humanistisches Gymnasium leistet. Und weil Bildung ein großer Luxus ist, sind wir hier an der Kö genau an der richtigen Stelle.“