Festival: Das Düsseldorfer „Acoustic“: Ein Festival der leisen Töne

Festival : Das Düsseldorfer „Acoustic“: Ein Festival der leisen Töne

Das Acoustic-Winter-Festival im Weltkunstzimmer bietet „handgemachte“ alternative Klänge zwischen Country, Folk, Pop und Rock.

„Acoustic“, das steht in der Pop- und Rock-Welt emblematisch für Musik, die ohne ausladende elektronische Verstärkung oder besondere Veränderung des Klanges auskommt. Auch wenn das natürlich nicht heißt, dass kein Mikro zum Einsatz kommen darf. Acoustic-Klänge stehen also eher für die „leisen Töne“, wie das Düsseldorfer Acoustic-Festival, das sowohl im Sommer als auch im Winter im Weltkunstzimmer stattfindet, auf ihrer Website betont. Ein Festival also, bei dem „handgemachte“ Musik ohne verzerrte E-Gitarren im Fokus steht, sind auch die Stilrichtungen, die sich bei dem Konzert am 12. Januar dem „Acoustic-Winter 2019“ zusammenfinden, werden recht breit gefächert.

Das Festival oder besser gesagt die Konzertreihe möchte den „Grenzgang“ zwischen Country und Folk, Pop und Rock fördern und setzt dabei ganz bewusst auf einen internationalen Austausch zwischen Bands und Singer-Songwritern aus den unterschiedlichsten Traditionen. Für diese Melange bietet das Weltkunstzimmer eine treffliche Kulisse und so kann eine „das Alternative“ ausstrahlende Atmosphäre entstehen, bei der es weniger darum zu gehen scheint, wie berühmt jemand ist, sondern welche künstlerische Aussage, welche musikalische Haltung sich in seinem oder ihrem Wirken ausdrücken. Auch wenn durchaus namhafte Größen bestimmter Szenen vertreten sein werden.

Diesmal mit dabei sind:

Mike Peters, unter anderem der Frontmann der walisischen Alternative-New-Wave-Band The Alarm. Matthew Hegarty ist ein britischer Songwriter und Multi-Instrumentalist, der unter dem Namen „Matthew and the Atlas“ Alternativ- Folk in das Weltkunstzimmer bringen wird. Dazu gesellt sich Ezio, ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich. Das sind Ezio Lunedei und Mark Booga Fowell, sie waren schon 2015 beim Acoustic-Festival in Düsseldorf zu erleben. Fester Bestandteil des Festivals ist auch – so ist auf der Website zu lesen – die deutsche Gruppe One Eye Open, deren neues Album im Frühjahr 2019 erscheinen wird. Vielleicht gibt es ja schon jetzt einen kleinen Vorgeschmack darauf.

Die Australierin Brigitte Handley ist Teil der punkigen Indie-Band The Dark Shadow. Doch bei dem Festival ist sie als Singer/Songwriterin zu erleben. Kent Coda aus Deutschland verbinden Indie-Folk mit orientalischem Einschlag und türkischem Gesang. Zwei türkische, ein österreichischer Musiker– alle in Köln ansässig – die alle Grenzen Grenzen sein lassen. Sie waren übrigens schon mehrfach der Support für die Wiener Band Wanda. Marie Rauschen, ebenfalls aus der Region, ist Singer-Songwriterin und hat sich die musikalische Ästhetik von „weniger ist mehr“ auf die Fahnen geschrieben. Neben diversen Song Slams gewann sie 2016 den Songwriter Contest im Rahmen des D‘dorf Popdays.

Pauly (Adrian Jokisch und Chris Kreymborg) bezeichnet die Musik, die sie machen, wiederum als „Gitarrenpop mit Herz und Technik“. Sie vereinen zwei Gitarren mit minimaler Elektronik. Chris von der Düssel nutzt seine raue Stimme, um sich an der Gitarre selbst mit rohen Akkorden begleitend politische Haltung Klang werden zu lassen. Wie etwa in seinen Liedern „Kein Mensch ist illegal“ oder „Du bist so 1933“.

Eine überaus vielseitige Mischung also, die für diejenigen die nicht unbedingt nur Mainstream hören wollen, ein lohnenswerter Nachmittag und Abend sein dürfte.

Das Festival „Acoustic“ findet statt im Weltkunstzimmer an der Ronsdorfer Straße 77a, und zwar am 12. Januar ab 16 Uhr. Der Einlass ist bereits um 15 Uhr.

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