Buchhändler Hans-Jürgen Niepel: Ein Berliner im Rheinland

Buchhändler Hans-Jürgen Niepel: Ein Berliner im Rheinland

Hommage: Heute vor 80 Jahren wurde der Düsseldorfer Galerist und Buchhändler Hans-Jürgen Niepel geboren.

Düsseldorf. Seinen Berliner Dialekt hatte er nie abgelegt. Dabei lebte Hans-Jürgen Niepel fast 55 Jahre in Düsseldorf. Im vergangenen August starb der dienstälteste Galerist der Stadt - ein halbes Jahr vor seinem 80. Geburtstag. Freunde des Galeristen und Buchhändlers richten ihm zu Ehren am kommenden Sonntag im Heine-Institut eine Matinee aus. Kurt Behrends wird den Vormittag moderieren, an dem sich Freunde an Niepel erinnern werden.

Behrends selbst lernte Niepel Ende der 50er Jahre kennen als "einen Buchhändler, der Henry Miller unter der Ladentheke verkaufte", wie er schmunzelnd sagt. Französische Literatur wie Michel Butor oder Alain Robbe-Grillet, Amerikaner wie Jack Kerouac, Konkrete Poesie - das waren seine Favoriten. "Und in dem 28 Quadratmeter großen Laden kam man schnell ins Gespräch", blickt er auf seine ersten Begegnungen mit Niepel zurück, den er als einen lebenslustigen Menschen kennen lernte.

Hans-Jürgen Niepel, am 6. Februar 1928 in Berlin geboren, kam 1953 nach Düsseldorf. Es folgte 1956 die erste Buchhandlung in der Grabenstraße und 1957 eine erste Ausstellung. Mit "Kleine Formate der Gruppe 53" im "Graphischen Kabinett der Buchhandlung Weber" begann die legendäre Zeit der Buchhandlung mit Galerieraum, für die der Wiener Schriftsteller Rüdiger von Schmeidel den Slogan "Better People go to Niepel" erfand.

Der Berliner im Rheinland, das blieb Niepel jedoch bis zu seinem Tod. Nicht nur der Dialekt und der Berliner Humor, auch die Künstler aus seiner ersten Heimat präsentierte er in seiner Galerie, in der er mit informeller und tachistischer Kunst begann. Schon 1959 zeigt er Werke von Gecelli, Royen und Hoehme. "Niepel war nie kommerziell", bilanziert Kurt Behrends. Lieber stellte er aus, was er selbst interessant fand.

Matinée Unter dem Titel "Better People go to Niepel" richtet das Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, zum 80. Geburtstag des Galeristen und Buchhändlers am Sonntag, 10. Februar, um 11Uhr eine Matinée mit Jazzmusik aus. Moderiert von Kurt Behrends werden sich Freunde von Hans-Jürgen Niepel an ihn erinnern.

www.duesseldorf.de/heineinstitut

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