Big Bang in der Tonhalle: So jung kann Klassik sein

Junges Konzert : Big Bang in der Tonhalle - So jung kann ein klassisches Konzert sein

Junge Orchester zeigten in der Tonhalle ihr Können. Dabei nahmen sie sich ein gewaltiges Programm vor.

Wenn junge Menschen musizieren, lächelt der Gott oder die Göttin der Musik. Bei dem jüngsten „Big Bang“, dem Konzert der jungen Orchester in der Tonhalle, dürfte sich diese Wesenheit sogar ausgesprochen nachhaltig gefreut haben. Das Jugendsinfonieorchester der Tonhalle hatte sich ein wahrlich gewaltiges Programm vorgenommen und fast jederzeit mit großer Musikalität geglänzt. Mahlers 1. Sinfonie „Titan“ erklang unter Ernst von Marschalls Leitung genauso engagiert wie etwa Ravels Klavierkonzert für die linke Hand.

Hier zeigte der Pianist Henrik Schöll-Naderer sein Können – er fungierte später noch als Schlagzeuger bei Mahler. Die Don-Giovanni-Ouvertüre zeigte indes, wie schwer doch der so leichte Mozart sein kann, wenngleich er hier sich gerade nicht von seiner leichten Seite zeigt. Trotzdem: Respekt! Auch Respekt für den sympathischen Gast des Abends: das Vestfold ungdomsstrykeorkester (kurz VUSO) unter David Foster-Pilkingtons Dirigat. Ein norwegisches Streichorchester, das neben Bach auch Klänge aus seiner Heimat in die Tonhalle brachte. Der Besuch ist der jungen Geigerin Viktoria Schreuers zu verdanken, die in dem skandinavischen Land ein Gastjahr verbrachte und das Orchester nach Hause einlud. So jung und lebendig kann ein „klassisches“ Konzert sein. Mehr davon!

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