Berlin folgt Düsseldorf: David Achenbach geht neue Wege als Galerist

Porträt : David Achenbach geht neue Wege als Galerist

Der Sohn von Helge Achenbach eröffnet mit Freundin Anna Hagemeier eine zweite Galerie.

Die Familie Achenbach besteht offensichtlich aus lauter Stehaufmännchen. Helge Achenbach gibt sich in seinem neuen Kaarster Milieu glücklich. Dort sorgt er in seinem gemeinnützigen Verein für Künstler aus bedrohten Ländern und präsentiert sie in Ausstellungen.

Außerdem nimmt er einen neuen Anlauf für seine Memoiren. Ja, und dann eröffnet er in einer Münchener Galerie eine große Schau mit eigenen Werken, deren Erlös seinem Verein zugute kommt.  Aber auch sein Sohn David Achenbach meldet Erfolge. Nur zwei Jahre nach seiner Vernissage  am Kennedydamm 1 auf 200 Quadratmetern eröffnet er ebenso große Räume in Berlin-Mitte mit seiner Freundin Anna Hagemeier.

Achenbach junior kennt sich aus. Er hat BWL in München und Kunst und Kunstbusiness am Sotheby’s Institute in London studiert. Der Filius übernahm seinerzeit vom Papa lediglich Aufgaben bei „State oft he Art- International Art Advisory“, indem er in dieser Aktiengesellschaft im Aufsichtsrat saß. Ansonsten ging er seine eigenen Wege, zunächst in Düsseldorf-Heerdt, dann in Wuppertal und nun in Düsseldorf und Berlin. Gelebt wird in Düsseldorf-Oberkassel, wo er gleichfalls über sein Netzwerk eine neue Wohnung bezogen hat.

Wie kommt David Achenbach ans Geld? Hat er eine Druckmaschine dafür? Mit junger Kunst, die er vertritt, kann man normalerweise keine allzu großen Sprünge machen. Er bringt seine Freunde unter den Künstlern und Sammlern ins Spiel. Auch seine Lebensgefährtin und Galerie-Partnerin, Tochter eines berühmten Architekten, hat Verbindungen.

Die Räume in Berlin teilen sich die beiden mit einem „Bekannten“, dessen Namen sie nicht preisgeben. Es sei ein Business-Mann, und die Räume liegen an der Thorstraße. Eröffnet wird am 7. Februar. Um sich nicht zu halbieren zwischen beiden Standorten, wird die Berliner Filiale nur am Wochenende geöffnet sein. Wochentags bleiben Achenbach & Hagemeier in Düsseldorf.

An den Start geht er an der Spree mit sechs Fotografinnen aus Düsseldorf. Er sagt: „Wir haben uns bisher nur mit Malerei und Skulptur befasst. Wir wollten aber verschiedene Medien haben. Der Kontakt kam dadurch zustande, dass die Künstlerinnen Anna Vogel, Berit Schneidereit und Sabine Dusend am Kennedydamm zeitweise unterm Dach in einem Provisorium arbeiteten, für das der Vermieter nur ein kleines Geld forderte. Nun kommen Alex Grein, Sabine Dusend und Morgaine Schäfer hinzu.

Es handelt sich um eine illustre Schar junger Leute. Morgaine Schäfer zeigt ihre Selbstporträts mit den Polaroids von Familienmitgliedern derzeit auch in Leverkusen, Berit Schneidereit ist darüber hinaus auch in der Galerie Cosar mit einer Einzelausstellung präsent. Anna Vogel hat gleich mehrere Galerien. Alex Grein überrascht durch ihre Installationen. Und Sabine Dusend kam über den Sammler Bronner ins Spiel.

Sollte dennoch das Geld knapp werden, steuern Freunde Bilder von Stars wie Polke und Wesselmann, Knoebel und Halley zum Verkauf bei.

In Düsseldorf aber wird am 15. Februar zur Vernissage gebeten. Da wird Felix Carr präsentiert.

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