1. NRW
  2. Düsseldorf
  3. Kultur

Bei der Ampel gewinnt die freie Szene

Bei der Ampel gewinnt die freie Szene

Ein Plus von 1,6 Millionen Euro wollen SPD, Grüne und FDP für Zakk und freie Festivals beantragen.

Düsseldorf. Noch nie waren sich SPD, Grüne und FDP so einig wie bei den aktuellen Etatberatungen für die Kultur. Manfred Neuenhaus, Geschäftsführer der FDP, ist nun Feuer und Flamme für die freie Szene. „Keine Primel soll eingehen, bevor sie nicht gefördert worden ist“, erklärt er im WZ-Gespräch. Junge Bands müsse man stärken, so dass sie Experimente wagen können. Neuenhaus: „Wir wollen mehr als Hochglanz. Wir wollen der freien Szene ein Zeichen geben, dass wir ihr helfen.“ Neuenhaus spricht damit der Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, Miriam Koch, aus der Seele. Sie hatte ihren Kulturwahlkampf mit diesem Thema geführt. SPD-Kultursprecherin Cornelia Mohrs betont gar die „große Schnittmenge“, die ihre Partei mit den Grünen in der Kultur habe.

Wenn man die von der Verwaltungsvorlage abweichenden Anträge der Ampel betrachtet, erkennt man das rührende Bemühen, Pflanzen und Pflänzchen zu hegen und zu pflegen. Alle Festivals werden besser gefördert. Das Plus reicht von 50 000 statt 20 000 Euro für das Asphalt-Festival über 200 000 statt 80 000 Euro für das Düsseldorf-Festival bis zu 420 000 statt 160 000 Euro für Tanz und Theater der freien Szene. Unabhängig davon sind für das FFT knapp eine Million Euro vorgesehen. Beim New Fall Festival wird nicht nur der Etat aufgesattelt, sondern es gibt zugleich Mietfreiheit. Das Zakk nähert sich einem Millionenetat, hier liegt die Erhöhung bei über 20 Prozent. Rechnet man 100 000 Euro für den Malkastenpark oder einen Internet-Auftritt für die Freie Szene von knapp 8000 Euro hinzu, so werden die Sachkonten um rund 1,6 Millionen Euro erhöht. Unabhängig davon wird die freie Szene sowieso schon von der Stadt gefördert. So erhält das Marionettentheater allein für eine neue Produktion eine Viertel Million Euro.

In der Kultur-Kooperationsvereinbarung geht es zugleich um prinzipielle Forderungen, die Geld kosten. So ist an eine „Servicestelle“ für die freie Szene gedacht. Gewünscht werden „Dienstleistungen rund um die Musik“, vor allem rund um die Populärmusikszene.

Noch nicht beziffert ist der Ankaufsetat für die Museen sowie ein „Skulpturenfestival mit temporären Werken“, Letzteres ist ein Lieblingskind der FDP, die schon zur Quadriennale mehr Kunst im öffentlichen Raum durchgesetzt hat.

Ein Herzensanliegen der FDP ist eine neue Rechtsform für die Tonhalle sowie ein juriertes Kunst-Festival von allen Bürgern für alle Bürger.

Nicht nur bei den Schulen, sondern auch bei den Kulturbauten will die Ampel den Sanierungsstau beheben. Geplant ist ein Kulturentwicklungsplan als Kulturbauplan. Neuenhaus erklärt: Wir brauchen Sanierungspläne, um bei frei werdenden Etats zuzuschlagen.“

Selbst anerkannte Künstler dürfen sich freuen. In der neuen Kunstkommission nach Münchener Modell sind zwei Prozent der Baukosten bei öffentlichen Straßen und Gebäuden für Kunstwerke vorgesehen.