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Ausstellung im Polizeipräsidium: Gewaltopfer als Kunstobjekte

Ausstellung im Polizeipräsidium: Gewaltopfer als Kunstobjekte

Im Polizeipräsidium gibt es Kritik an den Werken – aber auch Zustimmung. Die Werke stammen von den Künstlerinnen Sabine Kroggel und Sigrid Herffs.

Düsseldorf. Es gibt Orte, an denen es schwer fällt, sich in besinnliche Advents-stimmung zu versetzen. Das Polizeipräsidium am Jürgensplatz ist so einer. Dies liegt in diesem Jahr aber nicht allein am harten und oft bedrückenden Polizeialltag, sondern auch an einer Ausstellung, die zur Zeit im Gebäude hängt. Unter dem Titel "Tatverdächtig II" stellen die Künstlerinnen Sabine Kroggel und Sigrid Herffs dort zum Teil recht drastische Werke zum Thema Gewaltverbrechen aus. Es sind Ölbilder und Collagen, die nicht recht passen wollen zum sechs Meter hohen, liebevoll geschmückten Christbaum im Foyer und der Krippe im ersten Stock.

Künstlerin hat inzwischen ein kritisiertes Bild ersetzt

Bei Polizeipräsident Herbert Schenkelberg gingen Beschwerden von Mitarbeitern ein. Vor allem die Darstellung eines Kindes, das von drei maskierten Gestalten mit einer Waffe bedroht wird, und das Bild einer Wasserleiche polarisieren die Mitarbeiter. Es gibt unter anderem Bedenken, dass solche Bilder den Opfern von Gewalt, die sich im Haus aufhalten, nicht zuzumuten seien. Bedenken, die die Künstlerin Sabine Kroggel - beide umstrittenen Werke sind von ihr - durchaus nachvollziehen kann: "Auf diese Einwände habe ich auch reagiert. Das Bild des bedrohten Kindes habe ich inzwischen ersetzt. Mein Ziel ist ja nicht die Provokation, sondern die Diskussion." Die Künstlerin wünscht sich, "dass die Betrachter meiner Bilder ins Gespräch kommen über Dinge, die in der Weihnachtszeit gerne ausgeblendet werden, die aber trotzdem stattfinden." Der Initiator der Ausstellung, Polizeihauptkommissar Klaus Dönecke, teilt die Bedenken seiner Kollegen nicht: "Gerade momentan beschäftigen wir uns mit einem schrecklichen Ausmaß an Gewalt gegen Kinder. Ich denke, da muss man in einem Polizeipräsidium auch die Darstellung dieser Gewalt aushalten können."