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Auch die Rheinoper bietet ein digitales Programm​

Oper am Rhein digital : Auch die Rheinoper bietet digitales Programm

Trotz Corona-Krise bleibt das Haus mit seinem Publikum in Kontakt. Medial – etwa durch einen Mitschnitt der Händel-Oper „Xerxes“ oder beispielsweise durch kurze Videos für auch junge Opernfans.

Für Opernfans sind es derzeit bittere Zeiten – indes, auch ohne Corona war es doch so, dass man selbst ein größter Bewunderer der Opernkunst nun mal nicht jeden besten zweiten Tag in die Oper ging oder extensive Reisen auf sich nahm, um von Premiere zu Premiere zu düsen. Es sei denn, man konnte oder kann es sich leisten, oder es ist irgendwie Teil des Berufes. Somit ist eine Videoplattform für die meisten Opernfreude eine besondere Quelle immer schon – zumindest seitdem unsere Welt medial digital geworden ist – eine stets gerne genutzte „Ersatzdroge”, eine Inspirationsquelle für die Tage und Stunden, in denen man nun nicht gerade den Abend im Zuschauerraum einer Musiktheaterspielstätte verbringt: Youtube. Unsagbare Schätze liegen auf dieser Plattform verborgen, unfassbare historische Fundstücke, Mitschnitte und vieles Weitere.

Die Zeit der „Opernlosigkeit“
ist destruktiv für die Kultur

Trotzdem ist es etwas anderes, wenn man vom eigenen Opernhaus, dem Opernhaus vor der Türe in der eigenen Stadt, digitalen Stoff geschenkt bekommt, um über die schwere spielfreie Zeit zu kommen. Und daran ist nichts, rein gar nichts Ironisches, denn diese Zeit der tristen „Opernlosigkeit“ ist gerade im Bewusstsein dessen, dass man nicht weiß, wann sie denn nun wirklich enden wird, lähmend und destruktiv für unsere Kultur. Nun hat auch unser Opernhaus, die Deutsche Oper am Rhein, begonnen, mehr und mehr den digitalen Faden zu ihrem Publikum aufzunehmen, verschiedene Angebote auf ihren digitalen Kanälen anzubieten. Teilweise Selbstproduziertes, teilweise Links zu externen kostenlosen Angeboten.

Mitschnitt der Oper Xerxes ist kostenlos als Stream zu sehen

Der vorläufige Höhepunkt dieses Angebotes ist der Mitschnitt der zurecht gefeierten Inszenierung von Händels „Xerxes“ von Stefan Herheim. Erneut kostenlos als Stream zu sehen auf Opera-Vision (verlinkt auf der Webseite der Deutschen Oper am Rhein). Garniert mit einer Reihe von Zusatz-Videos, beispielsweise Backstage-Impressionen.

Eine imposante Besetzung (Countertenor Valer Sabadus als Xerxes) begleitet von der Neuen Düsseldorfer Hofmusik – den hiesigen Spezialisten für historische Aufführungspraxis – geleitet durch Konrad Junghänel, verleiht der Aufführung musikalische Qualität. Szenisch lebt die Produktion von einer postmodern-barocken Spiellust, bei der gut 80 Prozent des Textes auf Deutsch gesungen wird und sonst auch viele „Regeln“ einer raffinierten Meta-Ebene zum Opfer fallen. Herheim gelingt es sehr gut, den mit Patina überwucherten Bühnenzauber barocken Theaters wieder lebendig werden zu lassen, dem Werk keine großen Zwänge anzutun und dennoch nicht in ein naives Museumstheater zu verfallen.

Der Trick: Das Londoner King’s Theatre wird zur Kulisse für eine Oper über die Oper. Echte – herrlich kitschige – gemalte Kulissen (Heike Scheele), opulente historisch anmutende Kostüme (Gesine Völlm), viele handgemachte Effekte, die fast anrührend nostalgisch wirken, große theatralische Gesten und natürlich dürfen Statisten in Tierkostümen nicht fehlen. All das mit viel Augenzwinkern und durchaus auch mit reichlich Klamauk, wie wir in einer Rezension über die Wiederaufnahme schon geschrieben haben.

Auch Schläpfers Schwanensee
gibt es als Video-Stream

Zudem ist in der Mediathek vom TV-Sender 3-Sat bis zum 28. April Schläpfers Schwanensee unter der Leitung von Axel Kober zu sehen. Auch hier gibt es einen Link auf der Opern-Webseite. Zuvor hatte sich das Ballett am Rhein auch schon anderweitig sozial-medial zu Wort gemeldet; etwa durch einen Clip „Ballerina im Home Office“ mit Gloria Todeschini und Calogero Failla. Am Samstag gab eine weitere „Aufführung“: eine virtuelle Ballettstunde auf Instagram.

Aber auch das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein meldete sich schon zu Wort. Etwa Tenor und Ensemblesprecher Florian Simson mit einem Gruß aus seiner Küche, ebenfalls zu sehen auf der Facebook-Seite der Oper. „Konserven sind in diesen Tagen wichtig, auch musikalische“, sagt der Sänger in seiner Video-Botschaft und erklärt aber zugleich: „Ich glaube frisch gekocht, schmeckt es am besten.“ Und wie recht er doch hat – also lasst uns bitte möglichst schnell wieder frisch kochen!

Für die jüngeren Opernfans
gibt es sogar Basteltipps

Bis dahin gibt es aber auch für junge Opernfans Leckerbissen per Video-botschaft. Denn auf ihrem Instagram-Profil postet die Junge Oper am Rhein nicht nur Lustiges, sondern auch Bastel-Tipps.

Infos zu allen Aktionen der Oper und des Balletts finden sich auf der Webseite:

operamrhein.de