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Altstadtherbst: Eröffnung mit Paukenwirbel

Altstadtherbst: Eröffnung mit Paukenwirbel

Zum Auftakt gab es ein großes Konzert in St.Andreas

Düsseldorf. 20 Jahre Altstadtherbst - das ist schon einen Paukenwirbel wert. Und deswegen stand am Mittwochabend zur Eröffnung des Festivals unter anderem Joseph Haydns Symphonie Nr. 103 Es-Dur auf dem Programm - besser bekannt als "Symphonie mit dem Paukenwirbel".

Dirigent und Musikpädagoge Ulrich Brall, Altstadtherbst-Mitwirkender der ersten Stunde, leitete wieder den Chor der Andreaskirche und des Görres-Gymnasiums sowie das Orchester Westdeutsche Symphoniker.

Kirchenkonzerte wie das in St.Andreas bilden den Keim des Altstadtherbstes, so wie ihn Engelbert Oxenfort vor zwei Jahrzehnten initiierte, um das kulturelle Leben in Düsseldorfs historischem Zentrum zu bereichern. Seitdem Tochter Christiane und Andreas Dahmen die Festivalleitung übernahmen, weitete sich das künstlerische Spektrum aus in Richtung Tanz, Theater und Weltmusik.

Doch das Eröffnungskonzert in Düsseldorfs prachtvollster Kirche blieb eiserne Tradition und erfreut sich alljährlich großer Besucherzahlen und war auch diesmal ausverkauft.

Das Programm war durchweg festlich. Neben der Haydn-Symphonie erklangen Orgelmusik von Johann Sebastian Bach (etwas nervös: Markus Belmann), sowie Bachs jubilierende Sopran-Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen" und Wolfgang Amadeus Mozarts "Krönungsmesse".

Von den vier Gesangssolisten hatte die Sopranistin Sabine Schneider mit Abstand am meisten zu tun. Allein die fünfsätzige Bach-Kantate verlangt von der Solistin anspruchsvollen Dauereinsatz. Doch den Anschein von Erschöpfung machte sie nicht, bezauberte durchgehend mit ihrem klaren, weichen Timbre und schließlich mit virtuoser Stimmbeweglichkeit bei den Koloraturen des "Alleluja".

Bralls Art zu dirigieren ist immer etwas deftig, ist kräftig. Bei Dynamikakzenten macht er schon mal einen kleinen Luftsprung. Bei der Krönungsmesse hat er den großen Chor und das Orchester gut im Griff, er wählt ein bündiges, aber auch nicht eiliges Tempo. Allerdings neigt der Chor ab und an zu Intonationstrübungen, singt stellenweise eine Nuance zu tief. Dafür erfolgen die Einsätze prompt und energisch.

Neben der Sopranistin machen auch die drei anderen Gesangssolisten Eva Vogel (Alt), Julian Krüper (Tenor) und Sebastian Klein (Bass) einen respektablen Eindruck. Ein insgesamt prachtvoller Start in den Altstadtherbst.