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Adrian Pauly: Groove zur Alltags-Sehnsucht

Adrian Pauly: Groove zur Alltags-Sehnsucht

Song-Schreiber Adrian Pauly und Band starten durch: Beim Musikpreis „Rock it“ landeten sie jetzt vorne.

Düsseldorf. Er ist 22 Jahre alt, wirkt aber so jugendlich, als ginge er noch zur Schule. Das Abi hat der ehemalige Ursulinen-Schüler schon drei Jahre hinter sich. Gerade hat der Düsseldorfer Sänger, Song-Schreiber und Gitarrist Adrian Pauly mit seiner Band den 2. Platz beim Musikwettbewerb „Rock it“ in Münster gewonnen.

Musik sei um ihn herum gewesen, solange er sich erinnern könne, sagt Pauly. Zur Gitarre gegriffen habe er aber erst mit acht Jahren und dann als Teenager in der Schulband mitgespielt. „Das war aber noch nicht ganz so meine Richtung.“ Damals habe es sich fast nur um Show und Animation zum Tanzen gedreht.

Er selber verfolge eine sehr viel persönlichere Ausdrucksform. „Wir bezeichnen das als akustischen Power-Pop“, erklärt der junge Musiker. „Wir spielen ruhige Balladen, aber auch dynamische Stücke.“ Aber insgesamt sei die Musik nicht so extrovertiert. „Wir grooven mehr, als dass wir rocken.“

In den Texten porträtiere er den modernen Menschen und sein paradoxes Leben zwischen der Oberflächlichkeit sozialer Netzwerke und der Sehnsucht nach realer Nähe und Zugehörigkeit, beschreibt der Songwriter seine Kunst. Von der eigenen Virtuosität am Instrument scheint er nicht gerade überzeugt zu sein. „Dafür, dass ich schon so lange Gitarre spiele, spiele ich ziemlich schlecht.“

Mit seinen eigenen Stücken hat er seit zwei Jahren Erfolg. Schon 2009 gewann er den Ideenwettbewerb „Düsseldorf ist ARTig“. Und mit dem immerhin Vize-Sieg bei „Rock it“ des Landesmusikrats NRW konnten er und sein Band-Trio auch über die Stadtgrenzen hinaus Furore machen.

Mit den 2000 Euro Preisgeld erfülle sich nun endlich der Traum von einem eigenen Proberaum in Lohausen. Die Band habe bislang einen Raum in Reisholz genutzt zu 250 Euro monatlich für die Untermiete. „Nun können wir es uns leisten, den Keller im Haus von meinem Vater auszubauen“, freut sich Pauly.

Zweimal pro Woche drei Stunden probe die Band. „Wir machen das ja nicht hauptberuflich, noch nicht“, so Pauly. Er absolviere gerade eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann am FFT und wolle anschließend noch studieren. „Wir stecken alle noch in einem Studium oder einer Ausbildung, versuchen aber so viel wie möglich Musik zu machen.“

Für die Band- und Solo-Auftritte arbeite er an seinem eigenen Stil, habe aber auch ein paar Vorbilder wie den irischen Sänger Glen Hansard von der Rockband „The Frames“ oder das australische John-Butler-Trio.

Aber auch der Klassik ist Pauly ein wenig zugetan. „Als Jugendlicher habe ich gerne mal ein romantisches Kunstlied gehört wie die Lieder eines fahrenden Gesellen von Mahler.“ Fast jeder Musik könne er etwas abgewinnen. „Womit ich allerdings gar nichts anfangen kann, ist Techno und Schlager.“