6000 Gäste feierten das goldene Jubiläum der Kunstsammlung

6000 Gäste feierten das goldene Jubiläum der Kunstsammlung

Sammler, Künstler und ganz normale Kunstfans begingen bei Sekt und Currywurst das 50-jährige Bestehen der Landesgalerie.

Düsseldorf. Marion Ackermann, Chefin der Kunstsammlung, kennt längst ihre Pappenheimer unter den Besuchern. Die Düsseldorfer lieben Events, und deshalb machte sie aus dem 50-jährigen Bestehen ihrer Institution ein Volksfest mit Currywurst, Limo, Sprudel. Dazu stiegen goldene Luftballons stiegen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden K 20, K 21 und das Schmela-Haus in Goldgelb angestrahlt. Dazu passte das güldene Gewand der Direktorin aus einer Boutique in Flingern.

„Nirgendwo ist die Gänsehaut so wohlig wie beim Rundgang durch die Sammlung“, sollte sie später unter der Kuppel des Ständehauses sagen, als ihr Prominente wie der Staatssekretär für Kultur, Klaus Schäfer, zuhörten. Auch die Düsseldorfer lieben ihre Landesgalerie. Sie geben als Grund nicht etwa den Versicherungswert der Kunstwerke an, der auf eine Milliarde Euro gestiegen ist. Sie fühlen sich vielmehr „geadelt“, wie es eine Besucherin nannte, in diesem „Schatzhaus der Superlative“ zu sein.

Auch der berühmte Maler Konrad Klapheck lobte die Bilder der Sammlung. Vor Hunderten von Zuhörern erklärte er seine Liebe für die Kunst von Yves Tanguy: „Mein Traum ist es, eines dieser Werke mit dem unendlichen Horizont und dem faszinierenden Gelb selbst zu besitzen.“ Er werde den Traum vermutlich begraben müssen, denn so ein Gemälde kostet zwei Millionen Euro.

Bereitwillig erzählten Prominente wie Museumschef Beat Wismer oder Ex-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff ihre Vorlieben in der Kunstsammlung. Grosse-Brockhoff wiederholte gar seinen Hymnus auf Pierre Bonnard mit einer Rede, die er schon zum 40-jährigen Jubiläum der Kunstsammlung gehalten hatte. Wieder ging er in seine Kindheit zurück, sah sich im Gras liegen, Rilke lesen und einen Bogen zum Riesengemälde „Terrasse von Verdon“ schlagen.

Nach derlei Lobgesängen auf die Schätze des Hauses begann ein Rennen und Geschiebe unter Galeristen wie Hubertus Schoeller, Sammlern wie Wolfgang Hanck, Museumsmitarbeitern und Akademierektoren, denn nun ging es ins Schmela-Haus, wo sich der junge Amerikaner Jordon Wolfson in seinen Filmen über die Diätwelle der Deutschen amüsierte.

Die letzte Station war das Ständehaus. Dort genossen die Besucher bei Sekt und Selters den schönsten Blick von der Kuppel auf den Kaiserteich. Währenddessen hatte die Türsteherin vor K 20 bereits über 5000 Gäste gezählt und ihre Kollegin vor K 21 war schon bei 6000 Neugierigen angekommen. Ein gelungenes Fest also. Es wurde abgerundet durch ein Konzert der „Schäl Sick Brass Band“ aus Köln.

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