Kritik an ruppigen Rheinbahn-Fahrern

Verkehr : Düsseldorf: 2018 kam es zu 161 Stürzen in Bussen und Bahnen

Kritik an ruppiger Fahrweise im Behindertenbeirat, die Rheinbahn wehrt sich und verweist auf Autofahrer, die Busse und Bahnen immer wieder zu Vollbremsungen zwängen.

Gerade ältere oder gehbehinderte Fahrgäste leben in Bus und Bahn schon mal gefährlich: Ruckhaftes Anfahren, scharfes Abbremsen, abrupte Ausweichmanöver: Da muss man sich gut festhalten, wenn nichts passieren soll. Im Beirat für Menschen mit Behinderung wurde in diesem Zusammenhang auch Kritik an der Rheinbahn laut: Immer wieder verhielten sich vor allem Busfahrer rücksichtslos, die Beschwerden darüber häuften sich, meinte Peter Ries (Freie Wähler). 

Für die Rheinbahn widersprach Tim Bäumken, der Leiter der Abteilung Verkehr. So seien die Zahlen von Stürzen in Fahrzeugen in den letzten Jahre rückläufig. 2018 gab es in Bussen 123 Stürze, davon 39 beim Ein- oder Aussteigen; in Straßenbahnen waren es 16 (zehn beim Ein-/ausstieg), in Stadtbahnen 22 (20). Bäumken: ‚Keine Frage: Jeder Sturz ist einer zu viel, deshalb wollen wir die Zahl weiter reduzieren, in vielen Fällen aber zwingen rücksichtslose Autofahrer unsere Busse oder Bahnen zu Vollbremsungen oder ähnlichem.“

Generell würden alle Fahrer in der Ausbildung und bei Fortbildungen auf eine sanfte, rücksichtsvolle Fahrweise geschult, dieser Aspekt werde sehr ernst genommen, zumal man davon ausgehe, dass bei jeder Fahrt knapp ein Drittel der Fahrgäste irgendeine Beeinträchtigung aufweise. Allerdings räumte auch der Rheinbahner ein, dass die Bus- und Bahnfahrer im ständigen Zwiespalt unterwegs seien: Vorsichtig zu fahren, aber auch die Zeitpläne einzuhalten.

Generell rät die Rheinbahn älteren Fahrgästen, länger in Bus und Bahn sitzen zu bleiben und im Zweifelsfall den Fahrer auf ein Problem hinzuweisen und um Hilfe zu bitten.