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Kriminalitätsstatistik: Die Gefahr lauert am Geldautomaten

Kriminalitätsstatistik: Die Gefahr lauert am Geldautomaten

Um 14,63 Prozent gingen die Straftaten 2007 zurück. Doch die Zahlen zeigen nur die halbe Wahrheit.

Düsseldorf. Die Zahlen sind so erfreulich, dass sogar Polizeipräsident Herbert Schenkelberg den Jubel dämpft: "Die Statistik zeigt, dass wir besser geworden sind, wir sind aber noch nicht gut genug." Um 14,63 Prozent ging die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr auf 74 456 zurück. bei der so genannten Kriminalitätshäufigkeitszahl - das ist die Anzahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner - haben die Kölner wieder überholt. 12 893 sind es in Düsseldorf, Köln ist mit 13 751 deutlich schlechter.

Allerdings: Im Jahr zuvor fiel die Statistik so schlecht aus, weil fast 6500 Fälle aus einem Betrugsverfahren zu Buche schlugen. Außerdem hat die Rheinbahn im vergangenen Jahr nur 2761 Schwarzfahrer (im Jahr 2006 waren es fast 5000) angezeigt. "Das hat nur mit einer Umstellung in unserem EDV-System zu tun", so Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Die Zahl der Schwarzfahrer habe sich kaum verändert. Bereinigt man die Statistik, so ist die Kriminalität immerhin noch um 2,8 Prozent zurückgegangen.

Eine positive Entwicklung gibt es bei den jugendlichen Intensivtätern: Deren Taten gingen 2007 auf 184 zurück. In den beiden Vorjahren waren es 286 beziehungsweise 351. Auffallend sei allerdings die wachsende Brutalität. "Es wird nicht mehr aufgehört, wenn jemand am Boden liegt", sagt Jürgen Schneider, Leiter der Direktion Kriminalität.

Immer mehr Arbeit macht der Polizei das "Skimming". So nennt man es, wenn EC-Kartendaten am Geldautomaten ausspioniert werden. Die Zahl dieser Straftaten stieg von 93 auf 372 Fälle im vergangenen Jahr.

Nicht nur mit einem Blick über die Schulter werden die Pin-Nummern ausspioniert. Kriminelle arbeiten mit modernstem technischen Gerät. So werden Aufsätze auf die Geldautomaten montiert, die nicht nur die Pin-Nummern, sondern auch gleich alle anderen Bankdaten speichern. Dazu filmen Kameras die PIN-Eingabe.

Um 187 Fälle ging die Zahl der Diebstahlsdelikte zurück. Das liegt unter anderem an den sinkenden Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen. Hier konnte die Aufklärungsquote von 8,16 auf 16,42 Prozent gesteigert werden. Das gilt allerdings nicht für die Gesamtstatistik: Hier sank die Aufklärungsquote auf 42,33 Prozent. Besonders gering ist sie mit 3,67 Prozent bei den Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Hier will die Polizei in Zukunft einen Schwerpunkt setzen.