Krebsstiftung profitiert vom Kunst-Verkauf

Krebsstiftung profitiert vom Kunst-Verkauf

36 Studenten und Absolventen der Akademie schufen Gemälde für die Neujahrsversteigerung.

„Ey love Düsseldorf“ hieß das Motto der Neujahrsversteigerung im Theater an der Kö. Stadtansichten, Altweiber-Impressionen, Farbverläufe, düstere Mauern — für verschiedene Kunst-Geschmäcker gab es Angebote. Studenten und Absolventen der Kunstakademie hatten die 36 Gemälde kreiert, deren Auktions-Erlös zum Teil an die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung ging.

Zum 19. Mal hatte die Agentur Rheinlust zur Auktion eingeladen. Diesmal gab es besonders viel Geld für die Stiftung — über 9000 Euro. 28 junge Künstler spendeten zehn Prozent des Verkaufspreises, dazu kamen sieben etablierte Maler, die die Hälfte beisteuerten, und Anatol Herzfeld, der den gesamten Verkaufspreis von „Kultur, Kultur was ist das nur“ zur Verfügung stellte.

Das Theater war voll besetzt, die Stimmung gut. Rheinlust hatte erneut Bäckermeister Josef Hinkel als Auktionator gewonnen — er hatte gut zu tun. Ein Besucher sorgte für theatralische Unterhaltung: Ein besonders inniger Liebhaber des Bildes „Amor“ von Anja Koal verkündete, jeden anderen Bieter zu übertrumpfen — Verwirrung, Gelächter, Neugier im Saal. Die Besucher gingen mit — bis 1700 Euro. Dann zog er statt Geld als Höchst-Gebot ein Herz-Ass aus dem Ärmel, deklamierte über die Kraft der Liebe. Ob er bei der Künstlerin, die nicht kommen konnte, mit seiner Aktion Erfolg hat, blieb unklar.

Viele Künstler saßen nicht im Zuschauerraum — am Sonntag lief zeitgleich der Rundgang durch die Akademie. Der Auktion selbst tat dies keinen Abbruch. Für Bieter Johannes Zimmermann war klar, dass er dabei ist — um ein weiteres Bild für seine Familie zu erwerben. „Wir wollen eine Sammlung aufbauen“, sagt er. Im Katalog hatte er gleich mehrere ausgesucht, die für sein Zuhause infrage kommen. „Die Auktion ist super, um die Werke junger Künstler aus der Stadt kennenzulernen. Hier gibt es viele Talente.“

Im Schnitt wechselten die Bilder für 1000 bis 2000 Euro den Besitzer. Den Höchstpreis des Nachmittags erzielte ein Gemälde ohne Titel von Meral Alma. Zwei Bieter lieferten sich ein spannendes Duell — bis 4900 Euro.

Monika König von der Stiftung freuen solche Erlöse. „Wir stecken das Geld in Aufklärung. Der Krebs bleibt oft unerkannt — bei seltsamen Pupillenfarben auf Fotos von Kleinkindern sollte man sofort handeln.“

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