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Düsseldorf: Kopfstoß: Schüler fällt aufs Gleis

Düsseldorf : Kopfstoß: Schüler fällt aufs Gleis

Bewährung nach Prügelei im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee.

Düsseldorf. Das hätte böse enden können: Einen Kopfstoß verpasste ein 24-jähriger Physikstudent einem 19-Jährigen, der direkt an der Bahnsteigekante des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee stand. Der Schüler stürzte hinterrücks auf die Gleise und brach sich den linken Am mehrfach. Ohne fremde Hilfe hätte er sich nicht zurück auf den Bahnsteig retten können. Am Donnerstag musste sich der Student wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Vorausgegangen war im Mai vergangenen Jahres eine Auseinandersetzung in der Altstadt. Vor einer Diskothek war es zu einer Prügelei zwischen dem 24-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen. Hauptakteur soll ein Südamerikaner gewesen sein, der beide Beteiligten mit der Faust traktierte, aber dann verschwunden war. Zwischen dem Studenten und dem Schüler gab es allerdings offenbar noch Klärungsbedarf.

Wie der Angeklagte erklärte, habe man sich dann gegen 4.50 Uhr zufällig auf dem U-Bahnsteig wiedergetroffen. Zunächst versuchte der Student noch, den Vorfall zu beschönigen. Auf Nachfrage der Richterin räumte der 24-Jährige schließlich ein, dass er sich rächen wollte.

Von der Seite hatte er dem Schüler einen kräftigen Kopfstoß versetzt, der nach hinten weg kippte. „Ich bin dann allein aufgestanden und habe geschaut, wann die nächste Bahn kommt“, sagte der Schüler. Kurz danach habe er bemerkt, dass mit dem linken Arm etwas nicht stimmte. Ein Freund half dem 19-Jährigen dann, aus dem Gleisbett zu klettern. Bis heute hat das Opfer Probleme, schwere Sachen zu heben.

Der Physikstudent war wenig später festgenommen worden. Er hat sich inzwischen bei seinem Kontrahenten entschuldigt und sieht ein, dass er „Mist gebaut“ hat. Im Zivilprozess wurden dem Schüler bereits 10 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz zugesprochen. Der nicht vorbestrafte Angeklagte wurde am Donnerstag zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 60 Arbeitstunden leisten.