Konjunktursorgen in Düsseldorf und am Niederrhein werden größer

Wirtschaft : Konjunktur: Abkühlung mit Ansage – aber keine Rezession

Die Stimmung in den Betrieben in der Region Düsseldorf und am Niederrhein trübt sich ein, vor allem in der Industrie. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern. Allerdings sind das immer noch Klagen auf hohem Niveau.

Die regionale Wirtschaft sieht ihre Geschäftslage aktuell deutlich zurückhaltender als noch zu Jahresbeginn. Dies gilt insbesondere für die Industrie, während es im Groß- und Einzelhandel, bei den Dienstleistungen und vor allem in der immer noch boomenden Baubranche besser aussieht. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Düsseldorf (plus Kreis Mettmann) und Mittlerer Niederrhein.

Etwa 850 Unternehmen mit zusammen 85 000 Beschäftigten haben im September sowohl ihre Lage als auch ihre Erwartungen beurteilt. Noch ist der Lageindikator als Differenz zwischen Positiv- und Negativmeldungen mit plus 19 Punkten positiv (Anfang des Jahres waren es freilich noch 35 Pluspunkte). Doch der Blick auf das kommende Jahr ist bei immer mehr Betrieben sorgenvoll, insbesondere im Industriesektor, der rückläufige Aufträge sowohl aus dem In-, als auch aus dem Ausland erwartet. Düsseldorfs IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen sprach am Dienstag bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturbarometers von einer „Abkühlung mit Ansage“, betonte aber zugleich: „Von einer Rezession kann absolut noch keine Rede sein.“ Zuletzt sei eine Krise ja geradezu beschworen worden, Motto: Wann kommt denn nun endlich der Absturz, so Berghausen. Die Abkühlung wiederum sei im Grunde völlig normal angesichts von zehn Jahren starker Konjunktur. Dass zum Beispiel die Kapazitätsauslastung der Unternehmen gesunken ist, sei insofern fast eine Selbstverständlichkeit, als dass noch im Frühjahr 2018 eine Überauslastung zu verzeichnen war.

Zurückhaltender zeigen sich laut Umfrage die Investitionspläne, was vor allem auf die „schlappe Weltwirtschaft“ (Berghausen) zurückzuführen sei. Auf den Arbeitsmarkt dürfte das aber noch nicht durchschlagen, bei den Beschäftigungsplänen flache lediglich die Expansion ab, nur in der Industrie seien auch ein Abbau vorstellbar.

Jürgen Steinmetz, der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein (u.a. Krefeld, Mönchengladbach, Neuss) zieht ein vorsichtiges Gesamtfazit: „Zu hoffen ist, dass die Situation in der Industrie kein Vorbote für die anderen Zweige ist und sich auf sie überträgt.“

Auch in Krefeld wird die Geschäftslage insgesamt skeptischer beurteilt als noch zu Jahresbeginn. Allerdings liegt der Saldo zwischen Gut- und Schlecht-Meldungen mit gut 26 Punkten deutlich über dem Niveau der Gesamtregion mit Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Mittleren Niederrhein (19 Punkten).

Etwas schlechter dagegen sieht es bei den Erwartungen der in Krefeld stark exportorientierten Industrieunternehmen  aus, sie sind pessimistischer. Insgesamt wollen auch erstmals wieder etwas mehr Unternehmen ihre Investitionen kürzen, als sie aufstocken. Die Personalpläne der Krefelder Betriebe bleiben dagegen unter dem Strich positiv: 24 Prozent rechnen mit einer Ausweitung der Beschäftigung, knapp 13 Prozent planen dagegen Stellen abzubauen.