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Kommentar zur ÖPNV-Kampagne: Das reicht nicht

Kommentar : Das reicht nicht

Die Bemühungen von Politik und Nahverkehrsbetrieben, das Vertrauen in den ÖPNV zu stärken sind aller Ehren wert. In Coronazeiten ist manch einer aufs Auto umgestiegen, weil er anderen nicht zu nahe kommen will.

Verständlich, aber in Sachen Verkehrswende und Klimaschutz eine schlechte Entwicklung. Immerhin haben auch viele das Fahrrad (wieder-) entdeckt. Ich zum Beispiel. Allein in Düsseldorf nahm der Radverkehr um 30 Prozent zu.

Wenn die Auslastung von Bus und Bahn von aktuell 60 bis 70 Prozent im Vergleich zu früheren Zeiten stabilisiert oder weiter hochgefahren werden soll, mag man spontan sagen: Gut so! Aber: Je mehr Menschen wieder einsteigen, umso enger stehen sie beieinander. Man denke an die U 75 oder U 79 im Berufsverkehr.  Selbst wenn in diesen Sardinenbüchsen alle einen Mundnasenschutz tragen – vom Einhalten des gleichzeitig empfohlenen Abstandsgebots kann keine Rede sein. Da hilft auch der Hinweis nicht weiter, dass sich die Türen der Bahn doch immer wieder öffnen und „Frischluft“ reinkommt. Es wird immer ein mulmiges Gefühl mitfahren. Wirkliches Vertrauen lässt sich nur gewinnen, wenn die Taktfrequenz auf solchen Linien erhöht und gleichzeitig die Zahl der Passagiere beschränkt wird.