Kommentar: Warum Umweltspuren in Düsseldorf einen Versuch wert sind

Kommentar : Umweltspuren sind einen Versuch wert

Von „Wahnsinn“ und massiven „Schäden“ ist die Rede. Das wäre allerdings bei einem ganz anderen Szenario der Fall.

Kaum hatte der CDU-Ratsherr Christian Rütz am Samstagabend die Pläne der Stadt für die große Umweltspur auf seiner Facebookseite veröffentlicht, hagelte es darunter auch schon kritische Kommentare. Vom „Verkehrswahnsinn im Rathaus“ schrieb er als Oppositionspolitiker selbst. Von Schäden für die Wirtschaft und für die Düsseldorfer generell andere.

Doch wie groß wären Schaden und Wahnsinn eigentlich, sollte es tatsächlich von Gerichts wegen auferlegte Diesel-Fahrverbote geben, von denen bis zu 230 000 Pendler und Düsseldorfer betroffen sein könnten? Eben. Deshalb muss die Stadt geradezu alles versuchen, Fahrverbote zu verhindern. Die Umweltspuren sind da einen Versuch wert, und tatsächlich ist das Ganze bislang ja auch nur genau das: Ein Test.

Alexander Esch, stellv. Ressortleiter der Lokalredaktion Düsseldorf. Foto: Sergej Lepke

Ja, die Stadt hätte sicher früher die Verkehrswende einleiten müssen. Jetzt muss es deshalb im Hauruck-Verfahren gehen. Dennoch: Es ist richtig, die autogerechte Stadt, die mit all ihrem Lärm, ihrem Stau und ihren Abgasen bereits an ihre Grenzen stößt, neu zu denken.

Wird der Raum in der Stadt endlich auf alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt verteilt, kommt am Ende mehr Lebensqualität heraus. Wetten?