Koeps Kino

<h2>Happy EndDer Titel ist bei Michael Haneke (natürlich) kein Programm und über der Mehrgenerationen-WG in der Villa des Bauunternehmers Laurent herrscht kein eitler Sonnenschein.

Der Altmeister der Dekonstruktion des trauten Familienlebens montiert in seinem neuen Film bekannte Bausteine aus früheren Filmen wie „Liebe“ zu einem beklemmenden Porträt der emotionalen Kälte. Jede Menge Probleme beherrschen das Miteinander. Das Unternehmen der Patriarchin Anne (Isabelle Huppert) ist im Umbruch, der Sohn mit der Leitung überfordert. Bruder Thomas soll sich nach dem Selbstmordversuch seiner Ex-Frau um Tochter Eve kümmern, doch die 12-jährige fremdelt mit der neuen Familie. Großvater Georges (Jean-Louis Trintignant) ist verbittert und einsam, er fasst den Plan zu sterben…

Vorpremiere Mo. 19 h im Atelier (frz. OmU)

35 Jahre nach Ridley Scotts Klassiker „Bladerunner“ ist eine Fortsetzung fällig, für die Scott als Produzent und Denis Villeneuve („Arrival“) als Regisseur zeichnet. Seit der Handlungszeit des Vorgängers sind 30 Jahre vergangen, aber die Vergangenheit lässt die Gesellschaft nicht los. Immer noch verstecken sich illegale Replikanten und die Bladerunner machen Jagd auf sie. Seit es 2023 zu Zwischenfällen mit den künstlichen Menschen kam, war die Produktion verboten. Mit dem Nexus 9 stellte der Industrielle Niander Wallace ein angeblich sicheres Replikanten-Modell vor, doch bald ergeben sich neue Probleme. Bei seiner Arbeit beim LAPD stößt Bladerunner K (Ryan Gosling) auf ein dunkles Geheimnis. Er nimmt Kontakt mit dem ehemaligen Bladerunner Rick Deckart (Harrison Ford) auf. Nach dem — mittelprächtigen — „Alien“-Prequel „Alien: Covenant“ gelingt mit dem neuen „Bladerunner“ ein ansehnliches „Run“back.

Cinema, tgl. 21.15 h im engl. OmU, am Do. um 21.30 h als Double Feature mit „Blade Runner“

Ägypten im Jahre 2011 kurz vor Ausbruch der Unruhen, korrupte Eliten um Präsident Mubarrak haben das Land im Griff. Seit dem Tod seiner Frau hat sich Polizeiermittler Noredin (Fares Fares) in seinem Job vergraben. Als er in eine Suite des Luxushotels Nile Hilton gerufen wird, präsentiert man ihm den Tod des Popstars Lalelah als Selbstmord. Doch Noredin kommen Zweifel. Als er von der mysteriösen Gina Hinweise auf einen vertuschten Mord erhält, ermittelt er auf eigene Faust und spürt die Macht des Regimes. Ausgerechnet auf dem Tahir-Platz kommt es zum Showdown. Im Stil des Film Noir inszenierte der schwedisch-ägyptische Regisseur Tarek Saleh einen stimmigen Krimi zwischen Polit-Thriller und Detektivfilm.

Bambi, tgl. 19 h, Sa./so. auch 14.30 h, am Di. um 19 him ägypt. OmU

Touko Valio Laaksonen (1920 - 1991) machte seine Obsession zum Hobby und dann unter dem Pseudonym Tom of Finland zum Beruf. Heute werden seine homoerotischen Bilder in Kunstkreisen geschätzt. Prägend waren für ihn die Nächte im Helsinki des Zweiten Weltkriegs. Hier trafen sich Schwule in finsteren Straßen und er lernte Soldaten kennen. Die Phantasien von Sex mit muskulösen Männern in Uniform bestimmten fortan seinen zeichnerischen Kosmos, auch in der Bodybuilder-Szene fanden die Bilder Anklang. Bio-Pic über eine Ikone der Schwulen-Bewegung.

Bambi, tgl. 21.30 h, am Di. im finn. OmU

Der ärmste Kontinent könnte sehr reich sein, aber nach wie vor, werden seine Schätze von westlichen Unternehmen und korrupten Regimes geplündert. Am Beispiel des „Landgrabbing“ in Äthiopien zeigt der Dokumentarfilm von Joakim Demmer die verhängnisvolle Zusammenarbeit skrupelloser Investoren mit herrschenden Eliten, die von Weltbank und Entwicklungshilfe auch der EU geduldet und gefördert wird. Opfer sind die Bauern, die mehr verlieren als ihre Existenz. Demmer zeigt den Kampf entrechteter Kleinbauern und engagierter Aktivisten gegen Verfolgung und Unterdrückung.

Bambi, tgl. 17 h

Sie ist eine starke Frau, die Wert auf ihre Unabhängigkeit legt. Felicité ist alleinerziehend und kann als Sängerin in einer Bar in Kinshasa für sich selbst sorgen. Doch als ihr Sohn bei einem Motorradunfall schwer verletzt wird, muss sie plötzlich Hilfe von anderen erbitten. Um das Geld für eine nötige Operation aufzubringen, kämpft sie sich durch das Nachtleben der kongolesischen Millionenmetropole. Sie begegnet schrecklicher Armut und groteskem Reichtum. Das ungewöhnliche Porträt einer starken afrikanischen Frau lebt von der eindrucksvollen Darbietung der Kinodebütantin Vero Tshanda Beya.

Bambi, tägl. (außer Mo.) um 21.15 h

Francis Lees Kinodebüt ist so etwas wie ein britisches „Brokeback Mountain“. Johnny Saxby lebt mit seinem strengen Vater und der Großmutter auf einer Schaffarm in Yorkshire. Abwechslung von der harten, einsamen Arbeit findet der junge Züchter nur bei schnellem Sex mit Männern und in Besäufnissen in der Dorfkneipe. Als der Vater eines Tages den rumänischen Wanderarbeiter Gheorghe als Hilfe einstellt, freunden sich die beiden schnell an und es entwickelt sich eine romantische Beziehung. Doch Gheorghes Vorschlag zu Änderungen auf der Farm führen zum Bruch. Johnny muss mit sich und seinen Gefühlen ins Reine kommen… Mehrfach preisgekröntes Schwulen-Melodram.

Bambi, Mo. 21.15 h (engl. OmU)

Liebe Leser, da die Spielzeiten der Filme variieren, prüfen sie bitte den Beginn tagesaktuell unter

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