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Kö-Bogen-Feuer: Ist die Baustelle genug gesichert?

Kö-Bogen-Feuer: Ist die Baustelle genug gesichert?

Das Betreten der Baustelle wird nicht sehr streng kontrolliert. Die Politik ist empört darüber, dass das Feuer gelegt wurde.

Düsseldorf. Wie gut ist die Kö-Bogen-Baustelle gesichert? Diese Frage steht im Raum, seit am Montag die Nachricht kam, dass das Feuer, das in der Nacht zu Freitag in einem Gebäudeteil gewütet hat, vorsätzlich gelegt worden ist. Kein technischer Defekt, keine fahrlässige Brandstiftung. Wie einfach ist es eigentlich für potenzielle Täter, auf die Baustelle zu kommen? Die WZ hat den Selbsttest gemacht. Das Ergebnis: Es ist recht einfach.

Am Montag klafft eine Lücke im Bauzaun. Jeder kann mal eben hindurchschlüpfen. Keiner im Bauarbeiter-Outfit wird beim Betreten der Baustelle kontrolliert — nicht die Autorin dieser Zeilen, und auch anderen wird keine Beachtung geschenkt. „Ich dachte, wenn hier schon offen ist und Sie auch nicht aufgehalten werden, kann ich mich hier mal umgucken“, sagt ein neugieriger Passant.

Doch braucht die Baustelle eines solchen Prestigeobjektes kein Sicherheitspersonal? Angeblich gibt es welches, besonders nachts, versichert Alexandra Iwan von der PR-Agentur „Die Textschwestern“. Doch wie genau die Sicherheitsvorschriften aussehen, wie viele Securitymitarbeiter dort unterwegs sind und ob die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag verstärkt wurden, dazu gab es keine Infos.

Offen bleibt daher die Frage, warum das Feuer, das offenbar zwischen 2 und 3 Uhr in der Nacht gelegt wurde (siehe Info-Kasten), so lange unbemerkt blieb. Laut Feuerwehr ging erst um 3.35 Uhr ein Notruf ein.

Aus Baustellenkreisen hat die WZ erfahren: Im Vergleich zu anderen Baustellen seien die Sicherheitsvorkehrungen lasch. So manch ein Bauarbeiter wundert sich gar, dass er beim Betreten der Baustelle keinen Baustellenausweis zeigen muss. Und der Sicherheitsdienst? „Habe ich hier noch nicht gesehen“, so ein Bauarbeiter.

Auf vergleichbaren Projekten wie bei der Wehrhahn-Linie sieht das anders aus. „Alle Arbeiter haben Ausweise, die sie beim Betreten der Baustelle zeigen müssen, teilweise gibt es auch Drehkreuze“, erklärt Andrea Blome vom Amt für Verkehrsmanagement. Zudem wird dort, wo nicht ohnehin rund um die Uhr gearbeitet wird, nachts patroulliert.

Wie hoch der Schaden ist, den der Brand verursacht hat, und ob die Geschäfte wie geplant am 17. Oktober öffnen können, ist weiterhin nicht klar. Der Bauherr wollte am Montag keine Stellungnahme abgeben.

Im Rathaus hat die Tatsache, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde, Empörung ausgelöst: „Ich habe mir das nicht vorstellen können und bin eigentlich von einem technischen Fehler ausgegangen. Ob das nun politisch motiviert war oder nicht, auf jeden Fall handelt es sich um Chaoten, die möglichst schnell dingfest gemacht werden müssen“, sagte OB Dirk Elbers, der zurzeit auf Dienstreise in Istanbul ist.

Die SPD ist zwar gegen das Projekt Kö-Bogen, Fraktionschef Markus Raub lässt aber keine Zweifel an der Verwerflichkeit der Tat zu: „Brandstiftung ist eine Straftat. Wer so etwas Gefährliches macht, muss voll bestraft werden — dafür gibt es keine redlichen Motive.“ Und sein CDU-Kollege Friedrich Conzen sagt: „Das ist unverantwortlicher Wahnsinn. Es graust mich, was da hätte passieren können.“