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Kneipen bieten Bands zum Einheitspreis

Kneipen bieten Bands zum Einheitspreis

Zum zweiten Mal gibt es am Samstag die Livemusik-Kneipentour. Neu ist ein Partybus mit Oldies zum Mitsingen.

Düsseldorf. Der Tannenbaum flackert von außen sichtbar in allen Farben, während Schlager- und Rockklassiker von Udo Jürgens oder Bryan Adams dröhnen. Drinnen stehen die Besucher im sonst eher gediegenen Lokal und singen oder tanzen zur live gespielten Musik der Band „Toeffte“. So und so ähnlich sah es am Samstag in 14 Kneipen in Derendorf und Pempelfort aus. Verantwortlich dafür ist der Gitarrist der Band, Michael Pape. Er organisiert nun zum zweiten Mal die Livemusik-Kneipentour, bei der Livebands, von 18 bis 24 Uhr ihre Musik, größtenteils Coversongs, spielen. Alle Kneipen können für einen Pauschalpreis von 8,50 Euro besucht werden. Pape hat die Idee aus Hilden übernommen, wo er die Kneipentour schon acht Mal ausrichtete. Auch der Düsseldorfer Ableger erfreut sich großer Beliebtheit und ist schneller gewachsen als erwartet, wie der 46-jährige Jochen Schütz aus dem Organisationsteam berichtet: „Eigentlich wollten wir erst mal nur auf der Nordstraße touren, aber dann haben immer mehr Kneipen angefragt, und das Gebiet wurde immer größer.“

Foto: M. Zanin

Damit die Besucher bei so vielen Kneipen auch rechtzeitig zum nächsten Auftritt kommen, stellen die Veranstalter dieses Jahr einen Shuttlebus, der im Preis enthalten ist, und an allen teilnehmenden Kneipen Halt macht. Dieser wird mit der Musik der Band „Hochhaus—Freunde“, die sich auf Oldies und Lieder zum Mitsingen spezialisiert haben, selbst zur kleinen Kneipe. Denn auch hier wird Polonäse getanzt und jeder aussteigende Fahrgast mit einem lautstarken „Auf Wiedersehen!“ verabschiedet.

Zwei der Fahrgäste sind Jan und Wiebke, die am Coco Loco aussteigen, um sich die Rock-Coverband „Sandfort & Day“ anzusehen. Sie sind normalerweise keine Kneipengänger, wie Wiebke erzählt, „doch ein Arbeitskollege hat von der Tour erzählt und man muss ja für alles offen bleiben“. Die beiden planen, möglichst viele verschiede Kneipen zu besuchen und sich von der großen Vielfalt überraschen zu lassen.

Die „Hochhaus-Freunde“ haben schon mehrere Jahrzehnte Bühnenerfahrung hinter sich. Sie genießen es, im Shuttlebus, den sie auch in Hilden bespaßen, in kleinerem Rahmen spielen zu können. „Es macht Spaß, sich bei dem andauernd wechselndem Publikum anzupassen“, resümiert der Gitarrist Dieter Schneider, was den Charme der ungewöhnlichen Bühne ausmacht.

Zwei der Gäste, die im Tannenbaum feiern, sind Cordula und Peter. Sie sind, wie häufig, mit ihren Kolleginnen Dagmar und Kerstin im Tannenbaum, doch die Kneipentour macht den Besuch auch für sie zu etwas Besonderem. „Die Livemusik gibt es ja sonst nicht. Außerdem kann man bei der Auswahl ja auch direkt weiterziehen, wenn es einem nicht gefällt“, erzählt Peter. Die vier waren auch das letzte Mal schon bei der Tour, sind dann aber direkt bei der ersten Band hängen geblieben. Dieses Mal wollen sie etwas mehr sehen — und sind gespannt auf die Fahrt mit dem Shuttlebus.