Gericht: Kirmes-Überfall im Drogenrausch?

Gericht: Kirmes-Überfall im Drogenrausch?

22-Jähriger war gefesselt, misshandelt und dann fast nackt zurückgelassen worden.

Düsseldorf. Fast nackt und mit Schnittverletzungen war ein 22-Jähriger im Juli vergangenen Jahres auf den Oberkasseler Rheinwiesen gefunden worden. Drei Räuber hatten dem jungen Mann nach dem Kirmes-Besuch aufgelauert, ihn misshandelt und mit seiner EC-Karte Geld vom Konto abgehoben. Seit gestern müssen sich ein 24 Jahre alter Serbe und ein Somalier, dessen Alter unklar ist, dafür vor dem Landgericht. Der dritte Verdächtige hat sich vermutloch ins Ausland abgesetzt.

In den frühen Morgenstunden hatte das Trio den 22-Jährigen zunächst nach einer Zigarette gefragt. Plötzlich hielt ein Täter ihm den Mund zu und zerrte das völlig überraschte Opfer in ein abgelegenes Gebüsch. Zunächst nahmen die Angeklagten ihm die Geldbörse und die EC—Karte ab. Dann soll der 24-Jährige den jungen Mann mit einem Messer bedroht haben, um die Pin-Nummer zu erpressen. Vor Aufregung soll der 22-Jährige zunächst eine falsche Zahlenkombination genannt haben. Nachdem der erste Versuch Geld abzuheben misslang, wurde das Opfer angeblich geschlagen, getreten und mit dem Messer „angeritzt“. Nachdem der Mann dann die richtige Pin-Nummer verriet, hoben die Räuber 330 Euro bei der Sparkasse an der Liegallee ab.

Das wurde von einer Kamera aufgezeichnet und führte dazu, dass die beiden Angeklagten im September in einer Meerbuscher Flüchtlingsunterkunft festgenommen wurden. Dort hatten sich die beiden auch kennen gelernt — sie waren Zimmernachbarn. Das Duo legte am Dienstag ein Geständnis ab. Der 22-Jährige sei ein Zufallsopfer gewesen. Beide hätten zuvor reichlich Drogen und drei Flaschen Wodka konsumiert. Der Prozess wird fortgesetzt.