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Kirchen: Sogar Priester müssen’s lernen

Kirchen: Sogar Priester müssen’s lernen

Die Messe nach altem römischen Ritus ist etwas für Experten, sagt der Stadtdechant.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Vielen Schülern war es damals nicht geheuer: Wenn Pfarrer Joachim Zimmermann, viele Jahre katholischer Religionslehrer am Gymnasium Gerresheim, den Schulgottesdienst in der Pfarrkirche St. Margareta zelebrierte, nutzte er eine "Mischform". Die Verkündigung des Evangeliums fand in Deutsch statt, das Hochgebet in Lateinisch, und die Eucharistiefeier (das Abendmahl) hielt er mit dem Rücken zur Gemeinde. Die Jugendlichen waren von ihren Gemeinden mehr Einbringung in die Messe gewohnt: Lieder, die sie mitsingen und Gebete, die sie auch verstehen konnten.

Für die Anwendung der Liturgie muss ein Kölner Pfarrer anreisen

Zimmermann jedoch zelebrierte - zunächst in St. Canisius in Bilk, später in St. Hedwig in Eller - nach dem alten römischen Ritus die Messe. Dafür hatte ihm das Erzbistums Köln eine Sondererlaubnis bewilligt und erst als seine Gesundheit es nicht mehr gestattete, übergab der Seelsorger das Abhalten der Tridentinischen Messe an die Petrusbruderschaft.

Seit 2006 findet nun nahezu täglich in St. Donysius in Volmerswerth die Messe nach dem alten Ritus statt. Zu diesem Zweck reist ein Pfarrer aus Köln an, der sich mit dieser besonderen Liturgie auskennt und mit ihrer Anwendung vertraut ist.

Pfarrer Hermann-Josef Schmitz vom Pfarrverband Angerland/Kaiserswerth kennt die alten Ritus noch aus seiner Kinder- und Jugendzeit. "Die Umstellung erfolgte 1968, als ich im Bonner Priesterseminar war. Ich kenne also nur die neue Anwendung. In den alten Ritus müsste ich mich erst einmal einarbeiten." Dies gelte wohl für die Mehrheit der noch aktiv im Dienst befindlichen Priester in Düsseldorf.

Schmitz hält die Kritik an der neuen Anordnung, mit der der Papst angeblich das Rad der Geschichte zurück drehe, für überzogen. "Es hat sich doch gar nicht viel geändert. Es ist nur so, dass es einfacher wird."