Kinder spenden Spiele fürs Gefängnis

Kinder spenden Spiele fürs Gefängnis

Eller/Derendorf: 300 Euro sammelten Kinder der Awo-Kita Wackelzahn für den Gefängnisverein, der damit Spielmaterial finanzieren will.

Düsseldorf. Max (5) und Hussein (5) stehen vor den Eingangstoren der Justizvollzugsanstalt (JVA), gemeinsam mit ihrer Kita-Leiterin Gülten Kunt. Ein ungewöhnliches Ziel für einen Ausflug, mag mancher denken, verbreitet der Wachturm im Hintergrund doch eine eher beklemmende Atmosphäre. Doch das Gespann hat es aus gutem Grund in die Ulmenstraße verschlagen: Max und Hussein sind gekommen, um vor dieser Kulisse einen Umschlag mit 300 Euro an Gisela Ruwwe vom Gefängnisverein zu überreichen.

So viel Geld haben sie und ihre Kameraden aus der Awo-Kindertagesstätte Wackelzahn durch den Verkauf von eigenen Bildern gesammelt. Mit dem Betrag soll Spielmaterial finanziert werden, damit die Kinder von Inhaftierten während ihres Aufenthalts in der JVA kindgerecht betreut werden können.

"Wer möchte die Polizeimütze aufsetzen?", fragt Dirk Sauerborn, Kontaktbeamter im Polizeipräsidium. Max’ und Husseins Zeigefinger schnellen gleichzeitig in die Höhe. Die letzten Wochen haben einen bleibenden Eindruck bei ihnen hinterlassen. "Wir haben aus dem Thema Polizei ein ganzes Projekt gemacht", erzählt Gülten Kunt. In dessen Rahmen entstand die Idee, Bilder und Bastelarbeiten anzufertigen, die bei der Vernissage im Polizeipräsidium ausgestellt und verkauft wurden. Das kam beim Publikum gut an: Alle 17 Werke fanden einen neuen Besitzer. Außerdem konnten die Kinder einen Blick in Gewahrsamzellen werfen und einmal auf den Sattel eines Polizeimotorrads steigen. "Die Kinder sollten lernen, dass die Polizei eine Institution ist, die ihnen hilft", berichtet Sauerborn. Ziel sei es gewesen, Vertrauen auf- und Vorbehalte abzubauen.

Das scheint gelungen zu sein. "Ich habe ein blaues Polizeiauto gemalt", sagt Max. Ob er jetzt auch Polizist werden möchte? "Ja, klar", antwortet der Fünfjährige prompt. Er und Hussein wissen genau, wofür der Erlös ihrer Werke bestimmt ist. "Das Geld kommt ins Gefängnis, damit die Kinder dort spielen können", erklärt Max. Gülten Kunt freut sich über das Engagement ihrer Schützlinge, weitere Projekte sollen bald folgen.