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Kinder komponieren Oper über eine Flut

Kinder komponieren Oper über eine Flut

Profis der Rheinoper führen Musiktheater der Zehn- bis 19-Jährigen im Dezember im FFT auf.

„Es ist extrem bunt, aber es funktioniert.“ Komponist David Graham hat die Oper „Flut“ am Morgen erstmals ganz gehört. Etwa 75 Minuten, komponiert von eine Gruppe Zehn- bis 19-Jähriger, die sich vor einem Jahr an der Rheinoper gefunden hat. Graham, der Profi, hat den Kindern und Jugendlichen geholfen, komponiert haben sie selbst. Jeder von ihnen ein eigene Szene. Andere haben das Libretto geschrieben, das eine künstlerische Antwort auf die Frage finden sollte: Wie gehen wir in dieser Stadt mit einer Flut-Katastrophe um?

Das Regieteam steckt noch mitten in den Proben für die „Flut“. Bei der Düsseldorfer Premiere am 20. und 21. Dezember in den FFT Kammerspielen an der Jahnstraße stehen vier Profisänger aus dem Opernstudio und elf Jugendliche des Kinderchors am Rhein auf der Bühne. Begleitet werden sie von Musikern des Düsseldorfer Notabu-Ensembles Neue Musik.

Die Opernmacher, so nennt die Rheinoper dieses musikpädagogische Projekt, sind 17 Laien mit ganz unterschiedlichen Vorkenntnissen. Die 14-jährige Rosa Kliesow gehörte zu den Komponisten. In ihrer selbst geschriebenen Szene geht die Tochter einer vierköpfigen Familie verloren. In der Geschichte handeln Mutter und Vater, die Kinder und ein Kapitän, der die Fliehenden in Sicherheit bringt, sehr verschieden. Sie alle bringt die Flut an Grenzen. Am Klavier hat Rosa einiges ausprobiert. In wöchentlichen Workshops hat sie gelernt, wie sie die Melodie unterstützen kann, was die ausgewählten Instrumente für kompositorische Möglichkeiten bieten. Eine düstere Stimmung wollte sie schaffen, in der das Mädchen verlassen durch die Straßen zieht. Rosa singt zudem im Chor am Rhein. Sie erzählt: „Jetzt werde ich gefragt, wie ich was beim Komponieren gemeint habe.“

Der zwölfjährigen Vincent Kapell hat zum ersten Mal selbst komponiert. Er spielt Klavier, mit der Oper hatte er bis zum „Flut“-Projekt wenig Berührung. Gelernt hat er eine Menge, berichtet Vincent. Er hat Profis getroffen, die den Jugendlichen die Möglichkeiten ihrer Instrumente vorgestellt haben. Als Gruppe haben sie zeitgenössisches Musiktheater kennengelernt. Und eine Menge Vertrauen erfahren in die eigenen kreativen Fähigkeiten. „Wir nehmen das Produkt sehr ernst und führen es auch so auf“, versichert Graham.

Welche Schwierigkeiten die Geschichte und die Musik für die Inszenierung mit sich bringt, darüber war die 18-jährige Jiliane Hens schon überrascht. Beim ersten Lesen habe sie keine Ahnung gehabt, wie man beides vereinen könnte. Inzwischen hat die Gruppe mit Unterstützung von Volker Böhm in einer Regiewerkstatt Lösungen gefunden. „Manche Sänger sind doppelt besetzt, da müssen wir schauen, wo genügend Zeit in der Partitur zum Umziehen ist.“ Gespielt wird zudem in Düsseldorf und Duisburg, da gilt es, nicht nur Wort und Ton minutengenau abzustimmen, sondern auch die Requisiten.

operamrhein.de