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Kennedydamm in Düsseldorf zieht mehr und mehr Hochhäuser an

Stadtentwicklung : Kennedydamm zieht mehr und mehr Hochhäuser an

Das Gebiet rund um die Einfallstraße erneuert sich. Die Fußgängerbücke muss abgerissen und neu gebaut werden.

Gleich von mehreren Seiten bekommt der Standort rund um den Kennedydamm neuen Schub. Er entwickelt sich vor allem als Bürostandort, aber nicht nur. Viel Potenzial bietet auch der ehemalige Campus der Hochschule an der Georg-Glock-Straße. Die wichtigsten Entwicklungen:

Hochhäuser Nach und nach ist die Hochstraße zum Magnet für Hochhäuser geworden. Zu alten Bekannten zählen das 18 Etagen hohe Wohngebäude Sternhaus an der Kaiserswerther Straße sowie Zwölf-Geschosser an der Georg-Glock-Straße wie das Hilton Hotel, das revitalisierte Three George, der Glockturm und das Clarity. Dieser Trend setzt sich fort. Gateway heißt das 25-geschossige Gebäude, das im Jahr 2021 für das Kennedydamm-Center (Umweltministerium) entstehen soll. Der über 90 Meter hohe Turm wird das benachbarte neue Zuhause von L’Oréal „Horizon“ (16 Etagen) aus dem vergangenen Jahr deutlich überragen und auch das weiter südlich und westlich des Damms gelegene Sky-Office von Architekt Christoph Ingenhoven ist noch ein paar Meter niedriger.

Ein weiterer Hochpunkt ist an der Schwannstraße 5 neben dem Gateway geplant. Strabag will hier das Hexagon mit 18 Geschossen bauen. Viel Fläche, wenn auch nicht so viel Höhe bietet das Infinity Office mit 19 500 Quadratmetern mit der Hausnummer 10, das im nächsten Jahr fertig werden und als Hauptmieter das Bankhaus Lampe beherbergen soll.

Der Kennedydamm ist damit einer der wenigen Orte in Düsseldorf, wo sich Hochhäuser konzentrieren. (Im Medienhafen geschieht gerade etwas Ähnliches.) Wie an einer doppelten Perlenkette reihen sie sich laut Planungsdezernentin Cornelia Zuschke entlang der Verkehrsachse auf. Vor allem aufgrund der Massivität der Straße vertrage sie eine höhere Bebauung. Für Zuschke entsteht ein „repräsentatives Eingangstor zur Innenstadt“.

Bürostandort Charakterisiert werden kann der Standort vor allem als Bürobezirk. Und der befindet sich laut Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle im Aufwind. „Nachdem die City nur noch minimale Flächen zur Verfügung hat und auch der Hafen nahezu komplett ist, richtet sich der Blick vor allem auf den Seestern und den wieder erstarkenden Kennedydamm“, analysierte Martin Becker, Team Leader Office Leasing, in diesem Jahr. Er glaubt, dass sich der Kennedydamm in den „kommenden Jahren zu einem kleinen Abbild der Düsseldorfer Innenstadt entwickeln“ wird. Als wichtigen Faktor nennt er neben der sehr guten Anbindung und den Potenzialen für neu entstehende Flächen (etwa ehemaliger Campus und Gateway) noch etwas anderes. „Der Kennedydamm ist von den starken Wohnstadtteilen Golzheim, Stockum, Derendorf und der Innenstadt umringt. Es ist nicht allein die Lage, die für den Kennedydamm spricht, sondern auch das Umfeld.“

Ein Selbstläufer ist die Entwicklung des Standorts aber nicht. In vielen der Hochhäusern wie etwa auch dem Horizon oder dem Sky-Office gibt es noch viele freie Flächen. Und der Bau des Hexagon beginnt nach wie vor nicht, weil bislang kein Ankermieter gefunden werden konnte.


FH-Campus Die Hochschule hat den Campus an der Georg-Glock-Straße endgültig verlassen. Eigentümer des Grundstücks ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), der die Zukunft des Gebietes noch ein gutes Stück weit offen lässt. Fest steht allerdings, dass für die Robert-Schumann-Hochschule am Campus ein zweiter Standort entwickelt wird, sagt Sprecherin Nicole Zander. Das Gebäude E wird zurzeit saniert und soll im Jahr 2020 übergeben werden. „Für den gesamten Campus werden zudem infrastrukturelle Maßnahmen umgesetzt, die eine technische Trennung der Gebäude ermöglichen. Für die alten Werkhallen aus den 1960er Jahren ist nach jetzigem Stand eine weitere Nutzung nicht angedacht.“ Darüber sei der BLB angewiesen, „zunächst Flächen für eine Landesnutzung zu prüfen und diese bei Bedarf zu realisieren“. Ein Büroriegel am Kennedydamm ist laut Informationen unserer Zeitung Teil von Planspielen. Auch mit der Stadt sei man im Dialog. Das bestätigt auch Cornelia Zuschke. Die Stadt hat etwa Interesse an einem Standort für eine weiterführende Schule.

Neue Brücke Fest steht mittlerweile, dass die Brücke für Fußgänger und Radfahrer abgerissen und neu gebaut werden muss, wie Zuschke auf Anfrage unserer Redaktion sagt. Sie will ein qualitätssicherndes Verfahren auf den Weg bringen, vor allem die große Spannweite über den Kenndydamm sei eine Herausforderung. Zudem sollen gute Orte identifiziert werden, die an die Brücke anschließen. Entsprechende Flächen sind auch bei den Neubauvorhaben reserviert worden.